Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 2841
Innsbruck (Tirol, Österreich)

Schloß Ambras und sein Museum

Schloß Ambras: Bestand
Schloß Ambras liegt ca. 3,3 km ostsüdöstlich der Innsbrucker Innenstadt jenseits der Inntal-Autobahn an den ansteigenden Hängen auf der Südseite des Inntales, ca. 100 m über der Talsohle. Man erreicht das in einen weitläufigen Waldpark eingebettete Schloß über die nach Aldrans führende Straße. Schloß Ambras ist in zwei Gebäudekomplexe unterteilt, das Unterschloß und das auf einem Felsen gelegene Hochschloß. Der Haupteingang zum Schloßkomplex liegt im Westen am Ende der Schloßstraße. Vier Flügel umschließen dort einen unregelmäßig fünfeckigen und nach Osten offenen Vorhof. Der Museumseingang mit Ticketbüro liegt im Nordflügel. Der Nord- und der Westflügel enthalten die Rüstkammern, der Südostflügel die Kunst- und Wunderkammer. Nach Osten schließt sich ein weitläufiger Gartenbereich mit formalen Anlagen an, an dessen Südrand sich die Bacchusgrotte befindet. Genau gegenüber am Nordrand des Gartens befindet sich der Spanische Saal, hinter dem sich das das eigentliche Hochschloß erhebt, eine unregelmäßige Anlage mit einem rechteckigen Innenhof. Westlich der Rampe liegt das kleine Vorschloß.

Erste Phase: Burg der Andechser
An dieser Stelle befand sich im Mittelalter, noch vor der Stadterhebung des nahen Innsbrucks, eine Burg der Andechser. Ambras wird 1078 erstmals schriftlich erwähnt mit Otto de Umeraz, womit Otto II. Graf von Andechs-Diessen gemeint ist. Diese Burg wurde aber 1133 im Verlauf der Fehde zwischen Otto von Andechs und Herzog Heinrich dem Stolzen von Bayern durch Brand zerstört. Die Grafen von Andechs nannten sich nach dieser Burg auch "Comes de Omeras". Andere Schreibweisen waren Homeras oder Umbras. Von dieser Burg sind allenfalls noch Fundamente im Hochschloß verarbeitet, jedenfalls nichts im Baubestand Faßbares. Nach der Gründung von Innsbruck verlor die Burg an Bedeutung, blieb aber im Besitz der Andechser und wurde von Pflegern verwaltet. Auf dem Erbweg kam die Burg von den Andechsern an die Tiroler Landesfürsten. Der letzte Graf von Andechs, Otto VIII., war mit Elisabeth, der Tochter des Grafen Albert von Tirol verheiratet. Weil er 1248 kinderlos starb, fiel das Erbe an seinen Schwiegervater. Als dieser fünf Jahre später ebenfalls verstarb, übernahmen dessen zwei Töchter die Besitzungen übernahmen. Ambras fiel 1282 im Erbweg an Graf Meinhard II. von Görz.

Zweite Phase: die hoch- und spätmittelalterliche Burg
Nachdem der Besitz also im 13. Jh. in die Hände der Grafen von Görz gelangt war, entstand in dieser Zeit eine neue, großzügige Höhenburg mit Bergfried, Palas und Kapelle, alles ummauert, und von dieser Burg lassen sich noch wesentliche Bestandteile nachweisen, allen voran der mächtige, viergeschossige Bergfried mit 2,50 m dicken Mauern, der auch heute noch in der exponierten Westecke steckt, aber nicht mehr über die Dachlinie hinausragt. Über Margarethe Maultasch kam Ambras mit Tirol an die Habsburger. Die hatten erst einmal keine Pläne mit Ambras. Herzog Friedrich verpfändete Ambras sogar 1418 an Herzog Albrecht V., weil er nichts mit der Burg anfangen konnte. Erzherzog Siegmund der Münzreiche (1427-1490) überschrieb die Burg zuerst 1448 seiner ersten Frau Eleonore und dann 1484 seiner zweiten Frau, Katharina von Sachsen. In dieser Zeit gab es zahlreiche spätgotische Veränderungen: Der Bau wurde repräsentativer und den zeitgenössischen Erfordernissen angepaßter gestaltet. Der Palas wurde im Erdgeschoß mit Kreuzgratgewölben ausgestattet. Der Bergfried bekam ebenfalls im Erdgeschoß ein Kreuzgratgewölbe. Die St. Nikolaus-Kapelle, die 1330 geweiht worden war, wurde mit einem Kreuzrippengewölbe ausgestattet und bekam einen polygonalen Chorabschluß. Im Südosten der Burg wurde der sogenannte Gefängnisturm errichtet. Kaiser Maximilian I. (1459-1519), der sich gerne in Ambras zur Jagd aufhielt, veränderte den mittelalterlichen Palas durch vorgeblendete Arkaden im 1. Obergeschoß und durch eine Loggia mit weitgespannten Bogenöffnungen im 2. Obergeschoß, das war die letzte Baumaßnahme an der hoch- und spätmittelalterlichen Burg. Und Kaiser Maximilian wäre nicht Maximilian gewesen, wenn er nicht, ewig knapp bei Kasse, Ambras mehrfach verpfändet hätte. Der letzte Pfandinhaber war Georg Schurff.

Ferdinand II. und Philippine Welser
Ein drittes Leben erhielt der Platz durch Ferdinand II. Erzherzog von Österreich (1529-1595), den zweiten Sohn von Kaiser Ferdinand I. und den Bruder von Kaiser Maximilian II. Er hatte zuerst die Aufgabe eines kaiserlichen Statthalters in Prag. Im Jahre 1563 wurde er durch das Testament seines Vaters Landesfürst von Tirol und der Österreichischen Vorlande, aber er blieb zunächst noch in Prag und zog erst 1567 mit seiner Hofhaltung nach Innsbruck. Doch bereits 1563 hatte er ein Auge auf den Platz geworfen, der ihm für seine Zwecke ideal erschien, deshalb erwarb er Burg Ambras - die Auslösung der Verpfändung erfolgte durch Kaiser Ferdinand I., und der gab es an seinen Sohn. Denn der Sohn hatte ein Problem im Gepäck.

Ferdinand II. Erzherzog von Österreich hatte nämlich 1557 in aller Heimlichkeit die Frau geheiratet, die er wirklich liebte, Philippine Welser (1527-1580). Sie war die Tochter von Franz Welser (2.11.1497-29.10.1572) und Anna Adler. Familie und Gesellschaft hatten freilich ganz andere Erwartungen an ihren Sohn gehabt: Eine französische oder eine portugiesische Prinzessin vielleicht, oder auch Maria Tudor oder sogar Maria Stuart. Zu spät, denn Ferdinand II. erzählte seinem Vater erst davon, als es längst passiert war. Er hatte die Frau geheiratet, die er wirklich wollte, und es hatte sich auch ein Priester gefunden, der die Ehe absegnete. Es wurde eine sehr glückliche Ehe, ganz anders als viele der üblichen von politischen und territorialen Aspekten bestimmten arrangierten Ehen seiner Zeit.

Der Vater, Kaiser Ferdinand I., erfuhr spätestens 1559 davon. Um die Rechtsfolgen aus dieser unstandesgemäßen Heirat zu mindern, mußten die Ehepartner Geheimhaltung geloben. 1561 gab es einen Ehevertrag zwischen ihnen und die kaiserliche Bestätigung der Ehe. Die Kinder wurden von der Erbfolge des Hauses Habsburg ausgeschlossen. Beide Eltern erklärten mehrfach für die von ihnen gezeugten Kinder auf alle Sukzessions- und Ebenbürtigkeitsrechte Verzicht. Die Ehe wurde juristisch als morganatische Ehe eingestuft. Zwei Zwillinge waren schon in Böhmen geboren worden, aber früh verstorben. Die Leichen wurden heimlich mit nach Innsbruck genommen und ganz geheim in der Hofkirche bestattet. Die anderen Kinder wurden zu "Findelkindern" erklärt und als solche im Haushalt geführt. Vor dem Hintergrund der notwendigen Geheimhaltung war die Stelle der ehemaligen Andechser und Görzer Burg weit draußen ideal: Hier konnte seine Frau leben, hier konnte er mit ihr und den Kindern glücklich sein weitab von der Stadt und dem politischen Hof. Noch ehe ein einziger Stein verbaut wurde, schenkte Ferdinand II. seiner Frau am 3.3.1564 Ambras samt der zugehörigen Herrschaft. Bereits von Prag aus leitete Ferdinand II. Planung und Durchführung des Umbaus ein.

Dritte Phase: Ausbau zum Schloß unter Ferdinand II.
Nach seinem Umzug nach Innsbruck ließ Ferdinand II. Ambras zu einem prachtvollen Wohnschloß der Renaissance ausbauen. Das äußere, noch etwas burgartige Erscheinungsbild des Hochschlosses nimmt Rücksicht auf das Gelände und integriert Baubestand aus der hoch- und spätmittelalterlichen Burg vom 13. bis 15. Jh., aber alle Gebäude erhielten ihre äußere Gestalt in der zweiten Hälfte des 16. Jh. Die Vorgängerbauten wurden quasi ummantelt und zu etwas Neuem verschmolzen, aber innerlich blieb die kleinteilige Raumaufteilung der Burg erhalten. Der einstige Bergfried an strategisch wichtiger Stelle wurde integriert, verlor dabei seine Wehrfunktion und wurde durch einen unterirdischen Gang mit dem Vorschloß verbunden, weil sich dort die Küchen befanden. Das westlich vom Hochschloß gelegene kleine Vorschloß fußt auch auf mittelalterlichen Vorgängerbauten, wurde aber jetzt komplett umgebaut und enthielt neben den Küchen auch den Speisesaal mit einer von Giovanni Fontana gemalten Decke. Das Hochschloß war zu kleinteilig für große Säle, deswegen wurde das nach außen verlagert. Auch der Gefängnisturm des Hochschlosses blieb. Die Verbindungsmauer zwischen den beiden Türmen wurde abgebrochen und durch einen beide Baukörper verbindenden neuen Südflügel ersetzt. Vom alten Baubestand wurde auch der Palas übernommen und in den Nordflügel integriert. Aber alles wurde aufgestockt und wurde jetzt vierstöckig. Auch die Langhausmauern und die Fundamente des Chores der St. Nikolaus-Kapelle wurden weiterverwendet. Aber alles wurde einem neuen, schloßartigen Gesamtkonzept untergeordnet, das alle Gebäude zu einem neuen Ganzen verband und überformte. Ferdinand II. war an allen Planungen nachweislich selbst beteiligt und nahm direkt auf den Umbau Einfluß. Als Baumeister hatte er die Hofarchitekten Giovanni und Alberto Lucchese sowie Paul Uschall engagiert.

 

Der schloßartige Charakter tritt besonders deutlich im rechteckigen Innenhof zutage, der an den Wänden den größten Wandmalereizyklus Österreichs und eines der besten erhaltenen Beispiele der Freskenmalerei dieser Zeit besitzt. Als Urheber der architektonischen und figuralen Grisaillemalerei al fresco wird der Maler Heinrich Teufel diskutiert. Die Hauptaufgabe dieser Fresken ist es, den eigentlich baulich uneinheitlichen Hof optisch mit einer übergeordneten ordnenden Struktur zu versehen und über die gewachsenen Unregelmäßigkeiten hinwegzutäuschen. Hier wird über einer unteren Zone mit Rustikamalerei und Scheinfenstern alles dargestellt, was für das Hofleben auf Ambras interessant, vorbildlich oder sonstwie von Bedeutung war, mit besonderer Berücksichtigung antiker Themen. Zwischen die regelmäßig angeordneten Fenster sind gemalte Figurennischen gesetzt, und die durchgehenden Zwischenzonen werden mit durchgehenden Szenenfolgen dekoriert.

Man sieht beispielsweise Orpheus als Thema der zweiten Reihe auf der Westwand zwischen dem zweiten und dritten Geschoß und die Metamorphosen Ovids. Besänftigte wilde Tiere und Fabelwesen bewegen sich auf den Musizierenden zu, eine Personifikation der Mäßigung wie auch eine Präfiguration Christi. In der vierten Reihe auf der Westwand sieht man einen Festwagen, der vermutlich in Zusammenhang mit dem Bacchuszug auf der südlichen Innenhofwand steht. Ein weiterer solcher Festwagen ist auf der Ostwand zu sehen, in der vierten Reihe. Auf der Südwand sind ganz oben die Neun Helden (Alexander der Große, Gottfried von Bouillon, David, Artus, Karl der Große, Judas Maccabäus, Josua und Hector) dargestellt, wobei der erste davon, Julius Caesar, die letzte Figur der obersten Reihe der Ostwand ist. Zwischen den Fenstern des ersten Geschosses der Südwand sieht man die Tugenden Fides (Glaube), Spes (Hoffnung), Caritas (Nächstenliebe), Justitia (Gerechtigkeit), Prudentia (Klugheit), Fortitudo (Standhaftigkeit), Temperantia (Mäßigkeit) und Sapientia (Weisheit). Darüber folgt wieder der Bacchuszug, und in den nächsthöheren Nischen werden vermutlich acht der neun Musen dargestellt.

Auf der Ostwand sieht man in der zweiten Reihe von oben das "Schießen auf den toten Vater", eine vom Richter angeordnete Probe, um den richtigen vom falschen Sohn in einem Erbschaftsstreit zu unterscheiden. Weitere Themen der zweiten Reihe auf der Ostwand sind Marcus Curtius, der sich für Rom aufopferte und hier in einem Medaillon dargestellt wird, sowie Judith mit dem Haupt des Holofernes. In der dritten Reihe der Ostwand sind vier weibliche Figuren in den Nischen zu sehen, von denen nur diejenige an der vierten Position als Jagdgöttin Diana aufgrund ihres Bogens identifiziert werden kann. In der fünften Reihe von oben können alle vier Frauen in den Nischen identifiziert werden: Judith und Esther als alttestamentarische Figuren, Brigitta von Schweden sowie Jael als alttestamentarische Figur. An der Nordwand werden zwischen den Fenstern des ersten Geschosses die Allegorien der freien Künste (Musik, Geometrie, Arithmetik, Astronomie, Grammatik, Dialektik und Rhetorik) dargestellt. Eine Reihe weiter oben sieht man die Fortsetzung des Bacchuszuges.

Aber Ferdinand II. beschränkte sich nicht nur auf die Umgestaltung der Bebauung des alten Burgfelsens. 1569-1572 wurde unterhalb des Hochschlosses der "Spanische Saal" erbaut. Den Namen trägt das Gebäude, einer der künstlerisch bedeutendsten Saalbauten der Spätrenaissance und der erste freistehende Saalbau der Spätrenaissance nördlich der Alpen, aber erst seit dem 19. Jh. Da das Hochschloß von mittelalterlicher Bausubstanz geprägt war, gab es dort keine Möglichkeit zur Einrichtung größerer Repräsentations- und Festräume für die Hofgesellschaft, deshalb wurde das separat unterhalb realisiert. Man vermutet, daß Giovanni Lucchese der Baumeister war. Der Saal ist mit einer prächtigen Kassettendecke von dem Innsbrucker Schreiner Conrad Gottlieb und mit einem Marmorfußboden von Hofsteinmetz Thomas Scalabrin ausgestattet. Er mißt 43 m in der Länge, 10 m in der Breite und 5 m in der Höhe und besitzt seitlich noch das als Vorraum gedachte "Kaiserzimmer". Die Stuckmedaillons im Fries sind Arbeiten des Niederländers Antonis van Brackh. Treppen verbinden den Saalbau mit dem Hochschloß. Der Spanische Saal ist mit der sogenannten Bauernrüstkammer unterkellert.

Ein Ballspielhaus entstand südwestlich des Hochschlosses, an den Spanischen Saal anschließend (existiert nicht mehr). Und die nächste größere Baumaßnahme war das 1570-1583 errichtete Unterschloß. Die Zweckbauten sind architektonisch relativ schlicht. Die sogenannte Kornschütt ist der älteste Bau des Ensembles und entstand bis 1572. Im Erdgeschoß waren Stallungen. Die Bibliothek lag im ersten Obergeschoß, weiterhin das Antiquarium und die kleine Rüstkammer. Darüber war ein Schüttboden für Getreide. Dieses Gebäude war der Anfang des Museumskomplexes, und bis 1583 entstanden nördlich dieses ersten Baus drei weitere Museumsflügel. 1589 wurde ein weiteres Gebäude parallel zum zweiten Waffensaal hinzugebaut, um dem wachsenden Raumbedarf im Unterschloß zu entsprechen, aber dieser Zubau existiert auch nicht mehr.

Das Wappen am Tor des Unterschlosses
Außen am Unterschloß ist über dem Portal ein Wappenstein für Erzherzog Ferdinand II. angebracht, in vollständig restaurierter Form. Das Wappen hat drei Ebenen mit Haupt-,  Mittel- und Herzschild: Hauptschild geviert mit eingebogener Spitze, Feld 1: siebenmal geteilt von Rot und Silber (Königreich Ungarn, Alt-Ungarn), Feld 2: in Rot ein golden gekrönter und bewehrter silberner Löwe mit doppeltem kreuzweise geschlungenem Schweif (Königreich Böhmen), Feld 3: erneut geviert mit eingebogener Spitze, Feld a: hier mehrfach rot-silbern schräglinksgeteilt, darüber ein goldener Pfahl (Markgrafschaft Burgau), Feld b: in Gold drei schreitende Löwen übereinander (Herzogtum Schwaben), Feld c: in Rot ein goldener Schrägbalken, begleitet oben und unten von drei 1:2 bzw. 2:1 gestellten goldenen Kronen (Landgrafschaft Elsaß), Feld d: in Rot ein goldener Schrägbalken, begleitet oben und unten von je einem schreitenden gekrönten goldenen Löwen (Grafschaft Kyburg), eingebogene Spitze: in Rot zwei voneinander abgewandte goldene Fische (Grafschaft Pfirt), Feld 4: erneut geviert mit eingebogener Spitze, Feld a: in Grün ein aufrechtes silbernes Pantier mit roten Hörnern, aus dessen Rachen rote Flammen züngeln (Herzogtum Steiermark), Feld b: gespalten, rechts in Rot ein silberner Balken, links in Gold übereinander drei schwarze, rotbewehrte schreitende Löwen übereinander  (Herzogtum Kärnten, Reihenfolge heute anders herum), Feld c: in Silber ein gekrönter blauer Adler mit rot-golden geschachter Brustspange (Herzogtum Krain, Brustspange hier fälschlicherweise durch Kleestengel ersetzt), Feld d: schräggeteilt, oben in Blau ein gekrönter goldener Löwe, unten in Silber zwei rote Schräglinksbalken (Grafschaft Görtz), ...

 

...eingebogene Spitze: in Gold ein schwarzer, rotgefütterter und rot geschnürter windischer Hut (Windische Mark, später auch in silbernem Feld, aber ursprünglich ist Gold korrekt), eingebogene Spitze des Gesamtschildes: zweimal gespalten, rechts: gespalten, rechts dreimal gespalten von Silber und Rot, links in Schwarz ein rot gezungter goldener Adler (Herzogtum Oberösterreich, heute genau andersherum angeordnet), Mitte: geviert, aa) und dd) in Blau drei 2:1 gestellte goldene sechsstrahlige Sterne, bb) und cc) in Silber zwei rote Balken (Grafschaft Cilli), links: über grünem Dreiberg in Rot ein silberner Balken, überdeckt mit einem goldenen Tor mit geöffneten Flügeln (Mark Portenau/Pordenone), Mittelschild geviert, Feld 1: in Rot ein goldenes dreitürmiges Kastell mit blauem Tor und blauen Fenstern (Königreich Kastilien), Feld 2: in Silber ein golden gekrönter und bewehrter roter Adler mit goldenen Kleestengeln (gefürstete Grafschaft Tirol), Feld 3: in Blau fünf (2:2:1) goldene Adler (Niederösterreich), Feld 4: in Gold ein blau gekrönter und blau bewehrter roter Löwe (Grafschaft Habsburg), Herzschild gespalten, rechts in Rot ein silberner Balken (Erzherzogtum Österreich), links innerhalb eines roten Bordes fünffach von Gold und Blau schrägrechts geteilt (Herzogtum Burgund).

 

Das erste Museum der Welt
Schloß Ambras war aber nicht nur die Heimstatt der erzherzoglichen Ehefrau und das gemeinsame Rückzugsgebiet von Philippine und Ferdinand, sondern Ambras wurde vom Bauherrn zum ersten Museum der Welt gemacht: Das Unterschloß, das auch eine wirtschaftliche Funktion hatte wie viele andere Vorburgen, wurde eigentlich speziell für diese Sammlungen gebaut und von Ferdinand II. auch als "Museum" bezeichnet. Er war ein begeisterter Sammler, hatte schon in seiner Prager Zeit den Grundstock für die Rüstungssammlung gelegt und führte nun all seine Objekte und Kuriositäten hier zusammen. Weltrang hatte schon zu seinen Lebzeiten seine Sammlung an Waffen und Harnischen, die in den beiden Rüstkammern gezeigt werden, von denen die Heldenrüstkammer eigens noch 1589 angebaut wurde. In der Sammlung befanden sich u. a. Rüstungen von 9 Kaisern, 12 Erzherzögen, 21 Reichsfürsten und 9 ausländischen Königen. Ebenso leidenschaftlich sammelte er Kuriositäten, Musikinstrumente, Naturalien, Raritäten, naturwissenschaftliche Instrumente, Gemälde etc. Exotische Gastgeschenke und eigene Zukäufe verbanden sich mit Beute aus den Türkenkriegen zu einer vielseitigen Sammlung. Hier legte er seine "Wunderkammern" an, die er mit allem füllte, was neu, kostbar oder selten war, mit allem, was sein reges und vielseitiges Interesse weckte. Schon zu Lebzeiten Ferdinands war diese Sammlung berühmt und zog gebildete Reisende aus ganz Europa an. Die Besonderheit dieser Sammlungen ist nicht nur das Abbild fürstlicher Interessen, sondern auch der originale Kontext aus Sammlung und eigens dafür gebauten Räumlichkeiten, die mittlerweile selber zum Kunstschatz geworden sind. Im Unterschloß war auch die Bibliothek des Erzherzogs untergebracht, in dem deute als Kornschütt bezeichneten Teil, im ersten Stock über den auch dort untergebrachten Pferdeställen. Ein wesentlicher Beitrag zu dieser Bibliothek erfolgte 1576 durch ein großzügiges Geschenk des Grafen Wilhelm von Zimmern, Hofmarschall des Erzherzogs.

Das Schicksal von Schloß Ambras nach dem Tod von Philippine Welser
1580 war der Glanz von Schloß Ambras schon wieder vorbei, deshalb wurde später auch kaum etwas baulich verändert. Nachdem Philippine Welser verstorben war, hatte das Schloß seine Funktion als privater kultureller Mittelpunkt für Ferdinand II. verloren. Zwei Jahre später heiratete er erneut, seine Nichte Anna Katharina Gonzaga (1566-1621, zu ihr mehr beim Kapitel über das Servitenkloster). Seine zweite Ehefrau war zwar seine nahe Verwandte, aber standesmäßig brauchte sie das Licht der Öffentlichkeit nicht zu scheuen. Deshalb lebte sie von Anfang an in der Innsbrucker Hofburg, und Schloß Ambras hatte nur noch die Funktion als erzherzogliches Museum, nicht mehr als Wohnschloß. Ferdinand II. interessierte sich bezüglich Ambras nur noch für die Weiterführung seiner Sammlungen. Eigentlich gehörte Ambras ja seiner verstorbenen Frau, und deshalb erbten zunächst die beiden Söhne Andreas und Karl die Herrschaft und das Schloß Ambras. Erzherzog Ferdinand II. tauschte aber Ambras gegen die Herrschaft Irmezhofen ein, und so konnte er sein Museum weiterpflegen. Nach dem Tod von Ferdinand II. fiel Ambras 1595 als Erbe an den zweiten Sohn, Karl von Österreich, Markgraf von Burgau (1560-1618). Dieser hatte kein Interesse daran und verkaufte alles, Herrschaft, Schloß und Sammlungen, nach zehnjährigen Verhandlungen im Jahre 1606 an Kaiser Rudolf II. (1552-1612), der aber in Prag residierte und wenig in Ambras veränderte. Er war selber ein begeisterter Sammler und hatte daher Interesse an Bestand, beließ ihn aber weitestgehend in Ambras. Danach verschwand Schloß Ambras völlig aus dem Fokus der Aufmerksamkeit der Habsburger, und die Sammlungsbestände an Manuskripten und Inkunabeln wanderten 1665 unter Kaiser Leopold I. in die Nationalbibliothek Wien. 1703 konnte die Bevölkerung durch Griff zur Selbsthilfe den Abtransport der verbliebenen Sammlungen nach Bayern verhindern. An den Gebäuden wurden nur die allernotwendigsten Arbeiten ausgeführt, was den Verfall der Bausubstanz nicht wirklich aufhalten konnte. Von 1779 bis 1842 diente das Schloß als Militärkaserne, zeitweise als Militärspital. Im Spanischen Saal wurde bei schlechtem Wetter exerziert. 1806 kam die Ambraser Sammlung nach Wien, um sie dem zeitbedingten Zugriff Dritter, insbesondere Bayerns, zu entziehen. 1814 wurde die Sammlung im Wiener Belvedere ausgestellt.

 

Wappen an der Außenseite des Hochschlosses
Ein zweites Habsburger Wappen anderen Typs, aus nachferdinandeischer Zeit, ist auf die Außenseite des Hochschlosses gemalt, über einer Sonnenuhr mit dem Spruch "PRETIVM LABORUM NON VILE" - kein geringer Preis der Arbeit. Das ist eine Devise des Ordens vom Goldenen Vlies, dessen Collane um den erzherzoglichen Schild gelegt ist. Auf dem Schild ruht der Erzherzogshut. Im einzelnen ist das Wappen geviert mit eingebogener Spitze und mit Herzschild und inhaltlich wie folgt aufgebaut: Feld 1: siebenmal geteilt von Rot und Silber (Königreich Ungarn, Alt-Ungarn), Feld 2: in Rot ein golden gekrönter und bewehrter silberner Löwe mit doppeltem kreuzweise geschlungenem Schweif (Königreich Böhmen), Feld 3: erneut geviert mit eingebogener Spitze, Feld a: in Rot ein goldenes dreitürmiges Kastell mit blauem Tor und blauen Fenstern (Königreich Kastilien), Feld b: in Silber ein golden bewehrter und golden gekrönter purpurner Löwe (Königreich Leon), Feld c: in Gold vier rote Pfähle (Königreich Aragon), Feld d: schräggeviert, oben und unten in Gold vier rote Pfähle, rechts und links in Silber ein schwarzer Adler (Königreich Sizilien), eingebogene Spitze: in Silber ein naturfarbener Granatapfel mit grünen Blättern und roten Kernen (Königreich Granada), Feld 4: erneut geviert mit eingebogener Spitze, Feld a: in Grün ein aufrechtes silbernes Pantier mit roten Hörnern, aus dessen Rachen rote Flammen züngeln (Herzogtum Steiermark), Feld b: gespalten, rechts in Gold übereinander drei schwarze, rotbewehrte schreitende Löwen übereinander, links in Rot ein silberner Balken, (Herzogtum Kärnten), Feld c: in Silber ein gekrönter blauer Adler mit rot-golden geschachter Brustspange (Herzogtum Krain), Feld d: in Silber ein golden gekrönter und bewehrter roter Adler mit goldenen Kleestengeln (gefürstete Grafschaft Tirol), eingebogene Spitze: in Gold ein blau gekrönter und blau bewehrter roter Löwe (Grafschaft Habsburg), eingebogene Spitze des Gesamtschildes: in Blau fünf (2:2:1) goldene Adler (Niederösterreich), Herzschild gespalten, rechts in Rot ein silberner Balken (Erzherzogtum Österreich), links innerhalb eines roten Bordes fünffach von Gold und Blau schrägrechts geteilt (Herzogtum Burgund).

Umbauten im 19. Jh. unter Erzherzog Karl Ludwig
Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jh. kam es wieder zu Interesse seitens der Habsburger: Statthalter Erzherzog Karl Ludwig (1833-1896) nutzte das Schloß nach 1855 als Sommerresidenz und ließ dafür eine Auffahrtsrampe zum Hochschloß bauen und den Park in einen Landschaftspark nach englischem Vorbild umgestalten. Für die Auffahrtsrampe wurden ein Teil des Vorschlosses mit dem Speisesaal und der alte Tortrakt abgerissen. Die Umbauphase währte 1855-1858. Auch am Schloß selbst kam es zu Eingriffen, die die Geschlossenheit der Renaissance-Anlage empfindlich zu beeinträchtigen drohten. Die Räumlichkeiten im Hochschloß wurden an die Bedürfnisse der Zeit adaptiert. Man baute sogar im Innenhof in Höhe des zweiten Stockwerks einen gläsernen Umgang auf Eisenkonsolen, um die Zimmer besser erreichen zu können. Dafür wurde eine Loggia aus ferdinandeischer Zeit entfernt; die Spuren sieht man noch heute. Auch für den ersten Stock war ein solcher Umgang geplant, die Ausführung unterblieb aber glücklicherweise. Das Äußere des Hochschlosses sollte komplett neugotisch überformt werden. Der Bergfried sollte wieder als Turm aus dem Kontext herausgearbeitet werden und bekam ein weiteres Stockwerk mit einem Abschlußtürmchen, einem angrenzenden Treppenturm und zwei Balkone. Der Architekt Ludwig Förster und sein Sohn Heinrich Förster wollten aus dem Renaissance-Schloß wieder eine gotische Burg machen, vielmehr das, was man sich damals als eine Burg "im alten Stil" so vorstellte, so war eben der damalige Zeitgeist, weit entfernt von heutiger Denkmalpflege. Im Garten südlich des Spanischen Saales entstand ein Schwimmbassin. Schließlich verzichtete Karl Ludwig 1861 auf die Statthalterschaft, und die Bautätigkeit erlosch jäh. Die Gebäude waren in recht ruinösem Zustand. Als die Kapelle akut einsturzgefährdet war, wurde sie 1863-1867 neugotisch restauriert.

Museum, dann Jagdschloß, dann wieder Museum: Rückbau der Veränderungen und Restaurierung
Erst 1880 sanierte man die Gebäude und wandelte Schloß Ambras in ein Museum um. Die Sammlungen kamen aus Wien zurück und wurden ergänzt. Einige der neugotischen Veränderungen wurden wieder rückgebaut. Der Spanische Saal wurde wieder von seinem zwischenzeitlich von Heinrich Förster errichteten Stufengiebel befreit und bekam ein aufgemauertes Gurtgesims mit horizontalem Aufbau an der westlichen Schmalseite; Franz Jobst malte die beiden Landsknechtsfiguren auf der neu gestalteten Stirnseite. 1884 entstand ein erster Entwurf von Johann Wunibald Deininger für die Quadermalerei auf der Fassade des Hochschlosses; diese vermutlich dem ferdinandeischen Zustand entsprechende Gestaltung wurde aber erst 1975 ausgeführt. 1899 wurde auch das baufällige neugotische Aufsatztürmchen des Bergfriedes entfernt. Zwei Gebäude waren aber so baufällig, daß man sie nicht mehr retten konnte, das Ballspielhaus und die nachträglich ergänzte Heldenrüstkammer, so daß diese beiden, 1880/1881 abgerissenen Einheiten heute im Ensemble fehlen. Ab 1913 hatten alle baulichen Veränderungen zum Ziel, den vorn Matthäus Merian in seinem Stich von 1649 überlieferten Zustand wiederherzustellen. Viele Maßnahmen von Erzherzog Karl Ludwig wurden wieder korrigiert: Der Gang im Innenhof wurde entfernt, das oberste Geschoß des Bergfriedes wurde wieder abgetragen, das Schwimmbad wich wieder dem Garten etc. Dafür wurde ein neuer, sechseckiger Uhrturm gebaut. Das Vorschloß wurde umgebaut. Der Hintergrund dieser vom Wiener Dombaumeister Ludwig Simon durchgeführten Änderungen war, daß der Thronfolger, Erzherzog Franz Ferdinand (1863-1914), Karl Ludwigs Sohn, das Museum wieder zum Jagdschloß machte. 1914 wurde an der Stelle des abgebrochenen Ballspielhauses ein venezianischer Brunnen im Stile der Renaissance aufgestellt. Doch 1914 kamen mit des Thronfolgers Ermordung und dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges alle Projekte auf Ambras zum Erliegen, die Sammlungen wurden ausgelagert, und erst 1922 wurde Schloß Ambras wieder als Museum eröffnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Museum 1948 zum zweiten Mal wiedereröffnet. Seit 1950 wird Schloß Ambras vom Kunsthistorischen Museum Wien verwaltet, und seitdem wurden alle Gebäude in mehreren Etappen grundlegend restauriert. 1954 erhielt der Spanische Saal eine neue Westfassade.

Wappenfunde an den Exponaten des Museums
Im Inneren der historischen Sammlungen gibt es ebenfalls mehrere Wappendarstellungen zu finden. Im einzelnen sind das:

Insgesamt sehen wir in der Mitte einen rotgezungten Löwen, der einen Erzherzogshut trägt und in der Rechten ein Schwert vertikal hält, heraldisch rechts einen gekrönten Helm mit blau-goldenen Decken mit einem goldenen Flügel als Kleinod, vermutlich der Rest einer umfangreicheren Zier, und heraldisch links einen gekrönten Helm mit einem naturfarbenen Pfauenfederbusch, der zum Erzherzogtum Österreich gehört.

 

Detail: Nur die Wappenmalerei:

Um die ungeheure Feinheit und atemberaubende Qualität dieser Arbeit zu illustrieren, hier eine Ausschnittsvergrößerung mit dem böhmischen Löwen, in heraldischen Tinkturen silbern in rotem Feld, golden gekrönt und mit Doppelschweif:

Ebenso beeindruckend ist der Ausschnitt mit den Feldern für Kyburg, Krain, Oberösterreich, Cilli (ungewöhnliche Darstellung mit allen drei Sternen pfahlweise) und Pordenone. Seitlich angeschnitten Pfirt und Windische Mark.

Und als drittes und letztes Detail der den gesamten Schild bekrönende erzherzogliche Hut mit seinem hier mehrfach gelappten Hermelinstulp und feinem Netz über der Tuchfüllung. Die oben vom Rand zur Mitte hin führenden Bügel sind als Zweige mit gestümmelten Ästen gearbeitet mit jeweils einer Kugel oder Perle auf der Schnittstelle.

 
 

 
 

 

Detail: Ganz links außen das Erzherzogtum Österreich, in Rot ein silberner Balken. Dann folgt für das Königreich Ungarn, eigentlich siebenmal geteilt von Rot und Silber (Alt-Ungarn), Farbabfolge hier umgekehrt. Im Anschluß daran folgt das Wappen des Königreichs Portugal, innerhalb eines roten, hier mit zwölf goldenen Kastellen belegten Bordes eigentlich in Silber fünf (1:3:1) blaue Schildchen (Farben hier genau andersherum), die seitlichen zur Mitte gekehrt, die jeweils mit 5 (2:1:2) eigentlich silbernen (hier falsch blauen) Kugeln belegt sind. Das zentrale Feld wird von einem hier goldenen, sonst grünen Glevenkreuz unterlegt, das ist eine Form, in der das königlich-portugiesische Wappen von 1385 bis 1481 geführt wurde. Danach wurde das Kreuz wieder entfernt, und die Anzahl der Kastelle wurde verringert, heute sind sieben statt zwölf üblich. Eine Verbindung zu Portugal ergibt sich dadurch, daß die Mutter von Maximilian I., in dessen Regierungszeit dieser Altar hergestellt wurde, Eleonore Helena von Portugal (1436-1467) war, die Tochter des Königs Johann I. von Portugal.

Auf Portugal folgt in der Mitte der bogenförmigen Reihe das Heilige Römische Reich, in Gold ein schwarzer, golden nimbierter Doppeladler, der Brustschild gespalten aus dem Erzherzogtum Österreich und Burgund, die typische Kombination für Maximilian I. Auf dem Schild ruht die Kaiserkrone. Als nächstes folgt das Königreich England, geviert, Feld 1 und 4: Frankreich, in Blau drei goldene Lilien (2:1), Feld 2 und 3: England, in Rot drei goldene Leoparden übereinander. Im Jahre 1405 änderte Charles V., König von Frankreich, das altfranzösische Wappen durch Reduzierung der Lilienanzahl auf drei. Der englische König Henry IV. zog sofort nach. Dieses Wappen blieb bis zum Ende der Regierung von Elisabeth I. bestehen. Es wurde benutzt von den Lancaster-Königen Henry IV. (1405-1413), Henry V. (1413-1422), Henry VI. (1422-1461), den Königen aus dem Hause York Edward IV. (1461-1483), Edward V. (1483) sowie Richard III. (1483-1485) und zuletzt von den Tudor-Herrschern Henry VII. (1485-1509), Henry VIII. (1509-1547), Edward VI. (1547-1553), Mary I. (im Ehewappen mit Philip II von Spanien 1553-1558) und zuletzt Elisabeth I. (1558-1603).

Auf England folgt das Königreich Böhmen, in Rot ein golden gekrönter und bewehrter silberner Löwe mit doppeltem kreuzweise geschlungenem Schweif. Das letzte Wappen in der Reihe steht für das Königreich Neapel, geviert, Feld 1 und 4: gespalten, rechts in Silber ein goldenes Jerusalemkreuz, d. h. ein Krückenkreuz, bewinkelt von vier kleinen griechischen Kreuzen (Jerusalem), links blau besät mit goldenen Lilien, eigentlich noch mit rotem Turnierkragen (Anjou), Feld 2 und 3: in Gold vier rote Pfähle (Aragon). Zur Zeit der Herstellung dieses Altars war Neapel ein Politikum: Ferdinand I. von Aragon war seit 1506 König, starb aber 1516, worauf der spätere Karl V. die Länder regierte, was den Übergang vom Haus Trastamara-Aragon auf das Haus Habsburg bedeutete.

Dieser Querschnitt durch verschiedene Wappenfunde auf den Museumsexponaten zeigt die große Vielfalt und die hohe künstlerische Qualität der Sammlungsobjekte jetzt nur aus einem limitierten heraldischen Blickwinkel. Worauf hier überhaupt nicht eingegangen werden kann, ist das unschätzbar reichhaltige Anschauungsmaterial an Helmen, Rüstungen, Waffen etc., das für den Heraldiker hinsichtlich historischer Vorbilder für angemessene zeichnerische Darstellungen mindestens genauso interessant ist.

Literatur, Links und Quellen:
Lokalisierung auf Google Maps: https://www.google.de/maps/@47.2561443,11.4346423,19z - https://www.google.de/maps/@47.2561443,11.4346423,176m/data=!3m1!1e3
Webseite des Schlosses Ambras:
https://www.schlossambras-innsbruck.at/ - Geschichte des Schlosses: https://www.schlossambras-innsbruck.at/entdecken/das-schloss/die-geschichte-von-schloss-ambras-innsbruck/ - Spanischer Saal: https://www.schlossambras-innsbruck.at/entdecken/das-schloss/der-spanische-saal/ - Innenhof: https://www.schlossambras-innsbruck.at/entdecken/das-schloss/der-innenhof/ - Bad: https://www.schlossambras-innsbruck.at/entdecken/das-schloss/das-bad-der-philippine-welser/ - Nikolauskapelle: https://www.schlossambras-innsbruck.at/entdecken/das-schloss/die-st-nikolauskapelle/
Veronika Sandbichler, Alfred Auer: Castrum Ameras, 13.-20. Jahrhundert, Ansichten, Modelle, Pläne, Dokumentation zur Ausstellung 1995, hrsg. vom Kunsthistorischen Museum Sammlungen Schloß Ambras, 1995
Elisabeth Schleicher: Schloß Ambras, in: Österreichische Kunsttopographie, Bd. XLVII, die Kunstdenkmäler der Stadt Innsbruck, die Hofbauten, Wien 1986, S. 509-623
Elisabeth Schleicher: Schloß Ambras, in: Tiroler Burgenbuch, Bd. VI, Mittleres Inntal, Innsbruck, hrsg. von Oswald Trapp, Bozen 1982, S. 139-190
Schloß Ambras auf Burgen-Austria:
http://www.burgen-austria.com/archive.php?id=1662
Schloß Ambras auf Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Ambras - Museum Schloß Ambras: https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Ambras_Innsbruck_(Kunstmuseum)
Schloß Ambras:
https://www.tirol.at/reisefuehrer/ausflugstipps/ausflugsziele/a-schloss-ambras-innsbruck
Schloß Ambras:
https://www.innsbruck.info/sehenswuerdigkeiten/sightseeing/historische-bauten/detail/infrastruktur/schloss-ambras-innsbruck-innsbruck.html
Schloß Ambras:
https://www.tirol.tl/de/highlights/burgen-schloesser/schloss-ambras-innsbruck/
Ferdinand II.:
https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_II._(Tirol)
Philippine Welser:
https://de.wikipedia.org/wiki/Philippine_Welser
Elisabeth Schleicher: Schloß Ambras und seine Sammlungen, Kleine Kunstführer 1228, Verlag Schnell & Steiner, Regensburg 1981
Beschriftung der Exponate im Museum Schloß Ambras
Kunsthistorisches Museum Wien:
https://www.khm.at/besuchen/sammlungen/kunstkammer-wien/
Wappen Schiffer von Freiling:
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:COA_Schiffer_col.png
ein herzliches Dankeschön an Herrn Karl Lippe für wertvolle Hinweise zum Wappen der Schiffer von Freiling
Wasserschloß Freiling:
https://de.wikipedia.org/wiki/Wasserschloss_Freiling
Veröffentlichung der Innenaufnahmen aus Schloß Ambras mit dem freundlichen Einverständnis der Abteilung Publikationen & Bildrechte des KHM Wien vom 9.8.2021, wofür hier ein ganz herzliches Dankeschön ausgesprochen sei.

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