Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 2911
Würzburg (Unterfranken)

Dom zu Würzburg, Johann Philipp Fuchs von Dornheim

An der Seitenschiffwand des Würzburger Doms ist das bronzene Epitaph für den Würzburger Dompropst und langjährigen Hofkammerpräsidenten Johann Philipp Fuchs von Dornheim (16.1.1646-20.6.1727) angebracht. Die Inschrift lautet: "C(hristo). R(esurrecto). S(acrum). / Vivit hoc in aere / Immortalis Memoria. / Reverendissimi Perillustris et Perquam Gratiosi Domini / D(omini) IOANNIS PHILIPPI Fuchs à Dornheim / Domini in Maynsontheim et Fri(e)senhausen / Ecclesiae Cathedralis Herbipolensis / et Insignis Collegiatae Novi Monasterii / Praepositi, Senioris et Jubilaei, / Rever(endissi)mi et Cels(issi)mi Principis nostri Consiliarii Intimi, / Universitatis Herbipolensis Cancellarii Perpetui, / Qui / Annis LXXII. Huius Eccles(iae) Cathedr(alis) Canonicus, / Annis XLVI. Capitularis, Annis XXVIII. Scholasticus, / Principalis Camerae per annos XXXVI. Praesidens, / ac demum octo extremis Vitae annis / Dignissimus Praepositus et Magnificentissimus Benefactor / Animam meritis et Virtutibus plenam, / S(anctissimi)s Ecclesiae Sacramentis rite praemunitus, / Cygnaeus Simeon / Exactis vitae annis Octoginta et uno, mensib(us) V. Dieb(us) IV. / Undecimam inter et duodecimam noctis horam / Lineae Dornheimianae Ultimus / placide reddidit Creatori Anno MDCCXXVII. / Phoenicis pene Saecularis ossa et Cineres sub proximo, / Quem calcas, lapide Beata(m) Resurrectione(m) dum praestolantur, / Christiane Lector / Defunctis Manibus Requiem AEternam precare. / CoMpLeVIt DIes sVos In Bono et annos VItae totIVs / In gLorIa." Die letzten beiden Zahlen bilden ein Chronogramm: C + M + L + V + I + D + I + V + I + V + I + I + V + I + L + I = 100 + 1000 + 50 + 5 + 1 + 500 + 1 + 5 + 1 + 5 + 1 + 1 + 5 + 1 + 50 + 1 = 1727.

 

Johann Philipp Fuchs von Dornheim (16.1.1646-20.6.1727) stammte aus der Mainsondheimer Linie der Fuchs von Bimbach und Dornheim. Er wurde am 9.7.1655 Domizellar. Am 23.6.1681 wurde er Domkapitular, am 17.4.1687 Propst des Kollegiatstifts Neumünster ("et Insignis Collegiatae Novi Monasterii / Praepositi"), am 9.3.1691 Domscholaster ("Annis XXVIII. Scholasticus"), am 3.8.1700 Jubilaeus und schließlich am 18.12.1719 Dompropst in Würzburg. Er hatte auch eine Domherrenstelle in Bamberg, resignierte aber dort, um seine Karriere in Würzburg zu pflegen. Er war ein enger Vertrauter des Würzburger Fürstbischofs Johann Philipp von Greiffenclau-Vollraths (reg. 1699-1719). Er wurde in Würzburg Geheimer Rat ("Consiliarii Intimi"), 36 Jahre lang Präsident der fürstlichen Hofkammer ("Principalis Camerae per annos XXXVI. Praesidens") und des Kriegsrates. Er war auch Kanzler der Würzburger Universität. Mit ihm erlosch 1727 die Linie der Fuchs von Dornheim ("Lineae Dornheimianae Ultimus"). Die Linie zu Bimbach blühte weiter. Er wurde 81 Jahre, 5 Monate und 4 Tage alt ("Exactis vitae annis Octoginta et uno, mensib(us) V. Dieb(us) IV."), starb in der Nacht zwischen der 11. und der 12. Stunde ("Undecimam inter et duodecimam noctis horam") und ist hier im Würzburger Dom begraben. Ganz unten sind mehrere Vergänglichkeitssymbole als Memento mori angebracht (Totenschädel mit Fledermausflügeln, geflügeltes Stundenglas).

Das Familienwappen des Dompropstes Johann Philipp Frhr. Fuchs von Dornheim befindet sich als Vollwappen mit Helmzier ganz oben, flankiert von zwei etwas tiefer sitzenden Engeln. An den Seiten sind noch einmal zwei geflügelte Engelsköpfe angebracht. Das Wappen zeigt in Gold einen springenden roten oder natürlichen Fuchs, auf dem Helm mit rot-goldenen Decken auf einem roten, entweder silbern oder mit Hermelin gestulpten runden Turnierhut der rote Fuchs sitzend. Der Barock nahm hier keine Rücksicht mehr darauf, daß Helm und Helmzier in die gleiche Richtung schauen sollen. Das Wappen ist linksgewendet, wahrscheinlich aus Courtoisie dem Hochalter des Domes gegenüber. Sein Wappen ist auch als Teil einer Dreier-Kombnation am ehemaligen Dietricher Spital in Würzburg, Marktplatz 36, angebracht.

 

An den Seiten des Epitaphs sind die insgesamt 8 Wappen der Ahnenprobe zu sehen; alle sind mit kleinen Schriftbändern namentlich zugeordnet. Auf der optisch linken, heraldisch rechten Seite (beide Abb. oben) sind alle Schilde aus Courtoisie nach innen gewendet, im folgenden wird die "normale" Ausrichtung beschrieben. Von oben nach unten sehen wir die Schilde der Fuchs von Dornheim (in Gold ein aufspringender roter oder natürlicher Fuchs), der von Wiesenthau (in Silber oder Gold ein aus waagerecht liegenden roten Wecken gebildeter Pfahl), der Echter von Mespelbrunn (in Blau ein mit drei blauen Ringen belegter silberner Schrägbalken) und den der von Waldenfels (in Blau ein aufspringendes silbernes Einhorn).

Gegenüber auf der optisch rechten, heraldisch linken Seite (beide Abb. unten) sind von oben nach unten die Wappenschilde der von Oberstein (in Silber ein gekrönter roter Löwe), der Vogt von Hunolstein (in Gold zwei rote Balken, begleitet von 12 (5:4:2:1) roten Schindeln), der Schliderer von Lachen (in Schwarz ein silberner Schrägrechtsbalken, belegt mit drei roten Kugeln) und der von Warsberg (in Schwarz ein gekrönter silberner Löwe) angebracht. Eine identische 8er-Ahnenprobe ist auch außen auf der Hauptfassade der in seinem Auftrag auf seinem privaten Herrensitz in Friesenhausen erbauten Schloß- und Pfarrkirche angebracht.

 

Die Abstammung des Dompropstes im Detail:

Und auf der mütterlichen Seite noch eine Generation weiter zurück: Rudolf von Oberstein war der Sohn von Johann Sifrid von Oberstein (-12.9.1556) und Margareta Wilch von Alzey (-2.3.15639), und Johann Schweickard Vogt von Hunolstein (Hunoldstein) war der Sohn von Johann Vogt von Hunolstein (Hunoldstein) und Elisabeth von Hagen zur Motten.

Literatur, Links und Quellen:
Bistum Würzburg: https://www.bistum-wuerzburg.de/
St. Kilians-Dom:
https://www.dom-wuerzburg.de/index.php?r=t/
Beschreibung dieses Epitaphs in: Joh. Octavian Salver, Proben des hohen deutschen Reichs Adels oder Sammlungen alter Denkmäler
http://books.google.de/books?id=ZONWAAAAcAAJ S. 607-609
Johann Philipp Fuchs von Dornheim im Würzburg-Wiki:
https://wuerzburgwiki.de/wiki/Johann_Philipp_Fuchs_von_Dornheim
Johann Philipp Fuchs von Dornheim bei Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Philipp_Fuchs_von_Dornheim
Alfred Wendehorst: Das Bistum Würzburg 4: Das Stift Neumünster in Würzburg, Germania Sacra Neue Folge 26, Verlag Walter de Gruyter GmbH & Co. KG, Berlin/New York, 1989, DOI:
https://doi.org/10.26015/adwdocs-94, ISBN: 978-3-11-087397-9, online: https://rep.adw-goe.de/handle/11858/00-001S-0000-0003-16EF-B - https://rep.adw-goe.de/bitstream/handle/11858/00-001S-0000-0003-16EF-B/NF%2026%20Wendehorst%20Stift%20Neum%c3%bcnster%20W%c3%bcrzburg.pdf?sequence=1&isAllowed=y, S. 323 f.

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