Bernhard Peter
Wappen der Hochmeister
des Deutschen Ordens ab 1500

Wir beginnen die Reihe erst mit dem 36. Hochmeister, weil ab diesem regelmäßig gevierte Hochmeisterwappen verwendet wurden. Vorher war es üblich, entweder den Hochmeisterschild oder das persönliche Familien-Wappen zu verwenden oder beide nebeneinander zu kombinieren. Das wurde ab jetzt nicht mehr beibehalten, weil erstens das Quadrieren allgemein Mode wurde und zweitens mit diesem und dem nachfolgenden Hochmeister von vornherein komplexere Familienwappen mitgebracht wurden.


Ritterorden (Sitz in Königsberg 1457-1525)


36. Friedrich von Sachsen (amtierte 1498-1510)

Friedrich von Sachsen (26.10.1473-14.12.1510), Ordenseintritt 1498, Wahl am 29.9.1498 zum Hochmeister, Umstrukturierung des Ordensstaates nach dem Vorbild der Territorialfürstentümer, Reformpolitik, Einführung eines Hofgerichts, Einführung verstärkter Visitationen, Währungsreform, Preußische Landesordnung, Preußische Kriegsordnung, verlegte 1507 Residenz nach Rochlitz wegen Konflikt mit Polen wegen Lehnshoheit, gestorben in Rochlitz, begraben im Meißener Dom.

Wappen geviert durch ein schwarzes durchgehendes Kreuz, belegt mit einem goldenen Glevenkreuz (Lilienkreuz), das Ganze in der Mitte belegt mit einem Herzschild, der in Gold den schwarzen Reichsadler zeigt (Hochmeisterkreuz),

In der von Hans-Georg Boehm publizierten historischen Handschrift sind mehrere Fehler: zu wenig Teilungen in Feld 1, nur fünf statt neun, Feldfarbe in Feld 2 nicht blau, sondern silbern, Feldfarbe in Feld 3 nicht golden, sondern silbern.

Beispiele für das Vorkommen dieses Wappens:


37. Albrecht von Brandenburg-Ansbach (amtierte 1510-1525)

Albrecht von Brandenburg-Ansbach (17.5.1490-20.3.1568), Domherr, 1510 zum Hochmeister gwählt, am 13.2.1511 in der Deutschordens-Propstei Zschillen (bei Chemnitz) installiert, wurde 1522 während der Religionskämpfe in Nürnberg protestantisch und säkularisierte 1525 den preußischen Ordensstaat zum erblichen weltlichen Herzogtum Preußen, legte die Hochmeisterwürde ab und unterstellte sich am 8.4.1525 lehensrechtlich dem König von Polen, erster Herzog von Preußen; die 1531 erwirkte und am 18.1.1532 verhängte Reichsacht war wirkungslos.

Bildbeispiel: Sterzing (Südtirol), Pfarrkirche Unserer Lieben Frau im Moos, Triumphbogen

Wappen geviert durch ein schwarzes durchgehendes Kreuz, belegt mit einem goldenen Glevenkreuz (Lilienkreuz), das Ganze in der Mitte belegt mit einem Herzschild, der in Gold den schwarzen Reichsadler zeigt (Hochmeisterkreuz),

Eine Variante wird beobachtet mit separaten Halbrundschilden, die in die vier Plätze des gevierten Wappens eingestellt werden.

3 Helme:

In der von Hans-Georg Boehm publizierten historischen Handschrift sind mehrere Fehler: Feld 2 quasi nicht ausgeführt bis auf eine Umrißskizze, Feld 3 falsche Feldfarbe, silbern statt golden, Feld 4 falsche Reihenfolge, schwarz-silbern geviert statt silbern-schwarz.

Beispiele für das Vorkommen dieses Wappens:


Ritterorden (Sitz in Mergentheim 1527-1809)


38. Walther von Cronberg (1527-1543)

Walther von Cronberg (1477-4.4.1543), aus dem Flügelstamm der Familie, Ordensaufnahme am 27.3.1498 in Frankfurt-Sachsenhausen, 1508 Komtur in Sachsenhausen, 1515 Ratsgebietiger der Ballei Franken, am 16.12.1526 Deutschmeister, verlegte den Sitz von Burg Horneck nach Mergentheim, 6.12.1527 Hochmeister (eigentlich Administrator des Hochmeistertums), verlegte den Sitz von Königsberg nach Mergentheim, erster, der beide Ämter in einer Person vereinigte als Hoch- und Deutschmeister, 1530 kaiserliche Belehnung mit Preußen, erster in Mergentheim residierender Hochmeister, gestorben in Mergentheim, Epitaph in der Marienkirche in Bad Mergentheim.

Wappen geviert durch ein schwarzes durchgehendes Kreuz, belegt mit einem goldenen Glevenkreuz (Lilienkreuz), das Ganze in der Mitte belegt mit einem Herzschild, der in Gold den schwarzen Reichsadler zeigt (Hochmeisterkreuz),

In der von Hans-Georg Boehm publizierten historischen Handschrift wird das korrekt wiedergegeben, mit ledigen roten Feldern.

3 Helme:

Bildbeispiel: Innsbruck, Deutschordenshaus

Beispiele für das Vorkommen dieses Wappens:


39. Wolfgang Schutzbar gen. Milchling (geb. 1483, Hochmeister 1543-1566)

Wolfgang Schutzbar gen. Milchling (1483-11.2.1566), Ordensmitglied seit dem 14.1.1507, Komtur in Griefstedt 1525, Landkomtur der Ballei Hessen 1529-1543, zum Hochmeister gewählt am 16.4.1543, kaiserliche Belehnung mit Preußen 1544, starb in Mergentheim, Grabmal in der Schloßkirche Bad Mergentheim.

1. Variante: Wappen geviert durch ein schwarzes durchgehendes Kreuz, belegt mit einem goldenen Glevenkreuz (Lilienkreuz), das Ganze in der Mitte belegt mit einem Herzschild, der in Gold den schwarzen Reichsadler zeigt (Hochmeisterkreuz),

Bildbeispiel: Erfurt (Thüringen), Komturshof des Deutschen Ritterordens (Deutschordenshaus) mit umgekehrter Reihenfolge

3 Helme:

In der von Hans-Georg Boehm publizierten historischen Handschrift wird das Wappen korrekt wiedergegeben, in der frühen Form ohne Ellwangen.

Bildbeispiel: Igersheim bei Bad Mergentheim, Burg Neuhaus, über dem Hauptportal

2. Variante: Wappen geviert durch ein schwarzes durchgehendes Kreuz, belegt mit einem goldenen Glevenkreuz (Lilienkreuz), das Ganze in der Mitte belegt mit einem Herzschild, der in Gold den schwarzen Reichsadler zeigt (Hochmeisterkreuz),

Zur Führung des Wappens der gefürsteten Propstei Ellwangen: 1546 hatte Wolfgang Schutzbar gen. Milchling den Ellwanger Propst Pfalzgraf Heinrich dazu gebracht, zu seinen Gunsten zu resignieren, was durch Dekan Christoph von Westerstetten und das Kapitel des Stifts Ellwangen abgelehnt wurde, worauf es einen Prozeß mit dem Stiftskapitel über die Neubesetzung der Propstei vor der römischen Kurie gab. Am 25.3.1553 wurde festgelegt, daß Wolfgang Schutzbar gen. Milchling lebenslang Titel und Wappen eines Fürstpropsts von Ellwangen führen darf.

Beispiele für das Vorkommen dieses Wappens:


40. Georg Hundt (Hund) von Wenckheim (1566-1572)

Georg Hundt (Hund) von Wenckheim (ca. 1520-17.6.1572), ab spätestens 1544 Ordensmitglied, Komtur in Heilbronn, 1553-1555 Komtur in der Kammerkommende Weißenburg im Elsaß, 1558-1564 Komtur in Frankfurt-Sachsenhausen, 1566 Landkomtur der Ballei Franken, zum Hochmeister gewählt am 9.5.1566, Belehnung mit Preußen 1566, Grabmal in der Schloßkirche Bad Mergentheim.

Bildbeispiel: Bad Mergentheim, Deutschordensschloß, Archivbau

Wappen geviert durch ein schwarzes durchgehendes Kreuz, belegt mit einem goldenen Glevenkreuz (Lilienkreuz), das Ganze in der Mitte belegt mit einem Herzschild, der in Gold den schwarzen Reichsadler zeigt (Hochmeisterkreuz),

In der von Hans-Georg Boehm publizierten historischen Handschrift wird das Wappen korrekt wiedergegeben.

3 Helme:

Beispiele für das Vorkommen dieses Wappens:


41. Heinrich von Bobenhausen (1572-1590)

Heinrich von Bobenhausen (ca. 1514-21.3.1595), Komtur in Mergentheim 1547-1549, ab 1549 Komtur in Frankfurt-Sachsenhausen, bis 1565 Komtur in Regensburg, Landkomtur der Ballei Franken 1558-1565, Hochmeister 1572, kaiserliche Belehnung mit Preußen 1572, Administrator des Stifts Fulda 1576-1586 für den abgesetzten Balthasar von Dernbach, bekam 1585 einen Koadjutor, der de facto die Macht in Mergentheim übernahm, wurde am 20.2.1586 auch bezüglich der Administration von Fulda entmachtet, versuchte 1587 wieder die Ordensregierung zu übernehmen, was unterbunden wurde, wurde 1590 zum Rücktritt als Deutsch- und Hochmeister genötigt und zog sich als Komtur 1585-1595 in die Kammerkommende Weißenburg im Elsaß in der Ballei Elsaß-Burgund zurück, begraben in der dortigen Ordenskirche.

Wappen geviert durch ein schwarzes durchgehendes Kreuz, belegt mit einem goldenen Glevenkreuz (Lilienkreuz), das Ganze in der Mitte belegt mit einem Herzschild, der in Gold den schwarzen Reichsadler zeigt (Hochmeisterkreuz),

In der von Hans-Georg Boehm publizierten historischen Handschrift wird das Wappen korrekt wiedergegeben.

3 Helme:

 

Bildbeispiel: Bad Mergentheim, Kreuzigungsgruppe bei der Wolfgangskapelle mit Detail

Beispiele für das Vorkommen dieses Wappens:


42. Maximilian III. von Habsburg, Erzherzog von Österreich (Hochmeister 1590-1618)

Maximilian III. von Habsburg, Erzherzog von Österreich (12.10.1558-2.11.1618), Ordensaufnahme am 3.12.1584, Koadjutor des Hochmeisters am 21.5.1585, übernahm quasi damit schon die Macht in Mergentheim, 1586-1602 Sequester des Stiftes Fulda für den abgesetzten Balthasar von Dernbach, 1587 Kandidat für den polnischen Thron und auch gewählt, polnische Gefangenschaft, Entlassung 1589 nach Thronverzicht, Hochmeister 1590, Regent in Innerösterreich 1593-1595, Regent in Tirol 1602, gestorben in Wien, Bronze-Grabmal im Dom St. Jakob in Innsbruck.

Bildbeispiel: Bad Mergentheim, Deutschordensschloß, Eingang zum Hochschloß

Wappen geviert durch ein schwarzes durchgehendes Kreuz, belegt mit einem goldenen Glevenkreuz (Lilienkreuz), das Ganze in der Mitte belegt mit einem Herzschild, der in Gold den schwarzen Reichsadler zeigt (Hochmeisterkreuz),

Bildbeispiel: Bad Mergentheim, Deutschordensschloß, hinteres Tor zum Park

Es gibt viele Varianten dieses Wappens, wobei einzelne Felder auch durch andere habsburgische Länder ersetzt werden können. Es gibt auch alternative Anordnungen, wie das obige Beispiel zeigt. Wappen aufgelegt auf einem schwarzen Kreuz, belegt mit einem goldenen Glevenkreuz oder Lilienkreuz (Hochmeisterkreuz), ohne Herzschild mit Adler, dann in mehreren Lagen:

Abb.: Burg Neuhaus, Wappenstein von 1613

Das Wappen dieses Hochmeisters ist eines der vielgesichtigstenüberhaupt. Es gibt auch noch vereinfachte Varianten mit weniger Feldern: Wappen geviert durch ein schwarzes durchgehendes Kreuz, belegt mit einem goldenen Glevenkreuz (Lilienkreuz), das Ganze in der Mitte belegt mit einem Herzschild, der in Gold den schwarzen Reichsadler zeigt (Hochmeisterkreuz),

Wie flexibel das Wappen dieses Hochmeisters gehandhabt wird, kann man an seinem Siegelabdruck in der Kommende Lengmoos sehen: Das Hochmeisterkreuz teilt den inneren Kreis in vier Plätze, und in jedes Kreisviertel ist eine Kartusche mit einem Teilwappen eingesetzt, Erzherzogtum Österreich heraldisch oben rechts, gegenüber Burgund, unten rechts Tirol, unten links Habsburg. Oben in der Mitte werden die wichtigsten Inhalte zu einem gevierten Schild mit Herzschild zusammengestellt, Hauptschild Ungarn und Böhmen, Herzschild Österreich und Burgund. Dreizehn weitere Schilde vollenden den äußeren Kreis zu einer Gesamtschau habsburgischer Länder. Ca. 3 Uhr stehen Burgau und Pfirt übereinander, 4 Uhr Oberösterreich, 5 Uhr Windische Mark, 6 Uhr Pordenone, 7 Uhr Görtz, 8 Uhr Elsaß, ca. 9 Uhr Schwaben über Kyburg, 10 Uhr Kärnten, 11 Uhr Niederösterreich. Die Positionen aus 1 Uhr und 2 Uhr sind schlecht zu erkennen, hier müßten die Herzogtümer Steiermark und Krain zu finden sein. Insgesamt wären dann die Königreiche in dem großen Schild auf 12 Uhr, die Herzogtümer über den Grafschaften und ganz unten die sonstigen Territorien zu finden

Beispiele für das Vorkommen dieses Wappens:


43. Karl von Habsburg, Erzherzog von Österreich (Hochmeister 1619-1624)

Karl von Habsburg, Erzherzog von Österreich (7.8.1590-27./28.12.1624), genannt postumus, bekam Kanonikate als Domherr in Brixen 1606, Köln 1618, Passau 1603, Salzburg 1602 und Trient 1606, niedere Weihen 1598, Fürstbischof von Breslau 7.7.1608-1624, Fürstbischof von Brixen 1613-1624, Priesterweihe 1615, Bischofsweihe 1619, Flucht nach Polen 1619 wegen des Böhmischen Aufstandes, Ordenseintritt 1618, Koadjutor des Hochmeisters 1618, Hochmeister am 14.1.1619 als Nachfolger seines Cousins, Erzherzog von Innerösterreich, 1620 nach Brixen,1621 Rückkehr nach Neiße (Nysa), 1621 Grafschaft Glatz als böhmisches Lehen, starb in Madrid, begraben im Escorial, Herz in der Jesuitenkirche von Neiße.

 

Wappen geviert durch ein schwarzes durchgehendes Kreuz, belegt mit einem goldenen Glevenkreuz (Lilienkreuz), das Ganze in der Mitte belegt mit einem Herzschild, der in Gold den schwarzen Reichsadler zeigt (Hochmeisterkreuz), mit verkürztem unteren Arm, und mit eingebogener Spitze,

Seitlich sind rechts und links des eigentlichen Prunkwappens zwei weitere von je einer Mitra bekrönte Wappenschilde zu sehen. Beides sind Wappen seiner kirchlichen Ämter, denn er war seit 1613 Bischof von Brixen (heraldisch rechts, deutlich zu erkennen das Agnus Dei in Feld 4 und der Tiroler Adler in Feld 3) und seit 1608 Bischof von Breslau (heraldisch links, geviert, Feld 1 und 4 in Rot 6 (3:2:1) silberne Lilien, Feld 2 und 3 in Gold der schlesische Adler), weshalb er sich auch meistens nicht in Mergentheim, sondern in Schlesien aufhielt. Während seiner Regierungszeit wurde das Gebiet um den Hauptsitz des Deutschen Ordens in Mergentheim auch erstmals Schauplatz des 30jährigen Krieges. Seine Amtszeit war geprägt von seinem Bemühen um eine Rekatholisierung.

Weitere Varianten seines Wappens sind aus der Siegelführung bekannt, mit anderer Flächenaufteilung der einzelnen Quartiere.

Beispiele für das Vorkommen dieses Wappens:


44. Johann Eustach von Westernach (Hochmeister 1625-1627)

Johann Eustach von Westernach (21.12.1545-25.10.1627), Ordensmitglied seit dem 13.5.1566, Aufnahme in Horneck, Küchenmeister der Kommende in Ellingen 1567, Trappier in Frankfurt-Sachsenhausen 1571, Hauskomtur in Ellingen 1580, Hauskomtur von Mergentheim am 5.9.1585, Statthalter des Meistertums 1588, Ratsgebietiger der Ballei Franken 1603, Landkomtur der Ballei Franken mit Sitz in Ellingen 1618, Koadjutor des Hochmeisters 1618, Wahl zum Hochmeister am 19.3.1625, Grabmal in der Ordensgruft in Mergentheim.

Wappen geviert durch ein schwarzes durchgehendes Kreuz, belegt mit einem goldenen Glevenkreuz (Lilienkreuz), das Ganze in der Mitte belegt mit einem Herzschild, der in Gold den schwarzen Reichsadler zeigt (Hochmeisterkreuz),

 

Bildbeispiel: Bad Mergentheim, Deutschordensschloß, Brunnen im inneren Schloßhof

3 Helme:

Beispiele für das Vorkommen dieses Wappens:


45. Johann Kaspar von Stadion (Hochmeister 1627-1641)

Johann Kaspar von Stadion (21.12.1567-21.11.1641), aus der elsässischen Linie der Familie, geboren in Beffort, 1603 in der Ballei Elsaß-Burgund aufgenommen, Komtur in Freiburg 1606, Komtur in Beuggen 1609-1628, Landkomtur in der Ballei Schwaben-Elsaß-Burgund, 1626 Statthalter, am 30.12. 1627 zum Hochmeister gewählt, Epitaph in der Kapuzinerkirche Mergentheim. Daneben machte er politisch Karriere, denn er ging an den Hof von Kaiser Maximilian III. und stieg dort auf zum Oberstkämmerer und Obersthofmeister. 1619 wurde er unter Kaiser Ferdinand II. Mitglied des obersten Hofkriegsrat, schließlich dessen Präsident, und außerdem wurde er 1622 Geheimer Rat von Kaiser Ferdinand II. Mit Ferdinand III. gemeinsam kämpfte er im 30jährigen Krieg gegen die schwedischen Truppen bei Nördlingen 1634. Der ewige Kämpfer starb 1641 in Thüringen im Feldlager, aber an einem Schlaganfall.

Wappen geviert durch ein schwarzes durchgehendes Kreuz, belegt mit einem goldenen Glevenkreuz (Lilienkreuz), das Ganze in der Mitte belegt mit einem Herzschild, der in Gold den schwarzen Reichsadler zeigt (Hochmeisterkreuz),

 

Bildbeispiel: Bad Mergentheim, Deutschordensschloß, Brunnen im inneren Schloßhof

3 Helme:

Beispiele für das Vorkommen dieses Wappens:


46. Leopold Wilhelm von Habsburg, Erzherzog von Österreich, (Hochmeister 1641-1662)

Leopold Wilhelm von Habsburg Erzherzog von Österreich (5.1.1614-20.11.1662), 1625-1662 Fürstbischof von Passau, 1626-1662 Fürstbischof von Straßburg und Abt von Murbach, alle drei Positionen in Nachfolge seines Onkes, 1628-1648 Bischof von Halberstadt und 1631-1638 Fürsterzbischof von Magdeburg, Kommendatarabt der Reichsabtei Hersfeld, 1637-1662 Fürstbischof von Olmütz, 1656-1662 Fürstbischof von Breslau, am 22.8.1639 Koadjutor des Hochmeisters, 21.11.1641-1662 Hochmeister, kaiserlicher Heerführer, 1646-1656 Statthalter der Spanischen Niederlande, in Wien begraben.

Bildbeispiel: Ellingen, Pleinfelder Tor

Wappen geviert durch ein schwarzes durchgehendes Kreuz, belegt mit einem goldenen Glevenkreuz (Lilienkreuz), das Ganze in der Mitte belegt mit einem Herzschild, der in Gold den schwarzen Reichsadler zeigt (Hochmeisterkreuz), mit verkürztem unteren Arm, und mit eingebogener Spitze,

Es gibt noch weitere Varianten dieses Wappens, hier der Aufbau des Wappens außen an der Deutschordenskommende Lengmoos (1652): Geviert durch ein schwarzes durchgehendes Kreuz, belegt mit einem goldenen Glevenkreuz (Lilienkreuz), das Ganze in der Mitte belegt mit einem Herzschild, der in Gold den schwarzen Reichsadler zeigt (Hochmeisterkreuz), unten eine eigebogene Spitze

Aus der Siegelführung ist von diesem Hochmeister eine vereinfacte Variante bekannt: Geviert durch ein schwarzes durchgehendes Kreuz, belegt mit einem goldenen Glevenkreuz (Lilienkreuz), das Ganze in der Mitte belegt mit einem Herzschild, der in Gold den schwarzen Reichsadler zeigt (Hochmeisterkreuz),

Beispiele für das Vorkommen dieses Wappens:


47. Karl Joseph von Habsburg, Erzherzog von Österreich (Hochmeister 1662-1664)

Karl Joseph von Habsburg Erzherzog von Österreich (7.8.1649-27.1.1664), Hochmeister 1662, Fürstbischof von Olmütz 1663-1664, Fürstbischof von Breslau 1663-1664, Fürstbischof von Passau 1662-1664, begraben in der kaiserlichen Gruft in Wien. Diese Titel wurden einem 13jährigen Kind übertragen. Dieser Bischof und Hochmeister war so jung, daß er noch keinerlei höhere Weihen empfangen durfte. Statt seiner übte ein Regentschaftskollegium die Regierung aus. Er hat all diese Ämter und Würden nicht wirklich ausüben können, weil er im Alter von 14 Jahren starb. Dazu hatte er die meisten dieser Ämter und Würden von seinem Onkel Leopold Wilhelm "übernommen", was Nepotismus in Reinform war. Sein Onkel und Vorgänger setzte seine Wahl als Koadjutor durch und legte fest, daß kein anderer Hochmeister vor Erreichen der Regierungsfähigkeit seines Neffen gewählt werden durfte, sondern so lange ein Dreierdirektorium die Amtsgeschäfte der Regierung führen sollte.

Wappen: Geviert durch ein schwarzes durchgehendes Kreuz, belegt mit einem goldenen Glevenkreuz (Lilienkreuz), das Ganze in der Mitte belegt mit einem Herzschild, der in Gold den schwarzen Reichsadler zeigt (Hochmeisterkreuz), unten eine eigebogene Spitze

Soweit nach der Siegelführung. Es geht auch einfacher, geviert durch ein schwarzes durchgehendes Kreuz, belegt mit einem goldenen Glevenkreuz (Lilienkreuz), das Ganze in der Mitte belegt mit einem Herzschild, der in Gold den schwarzen Reichsadler zeigt (Hochmeisterkreuz),

Beispiele für das Vorkommen dieses Wappens:


48. Johann Caspar von Ampringen (Hochmeister 1664-1684)

Johann Caspar von Ampringen (19.1.1619-9.9.1684), aus einer Breisgauer Familie, ultimus familiae, Ordenseintritt am 18.7.1646, Hauskomtur und Trappier in Mergentheim 1650, Komtur in Würzburg 1654, 1660 Landkomtur der Ballei Österreich, 1663 Statthalter der schlesischen Herrschaft Freudenthal und der mährischen Herrschaft Eulenberg, Mitglied des Diektoriums, das für den minderjährigen Vorgänger die Regierung ausübte, am 20.3.1664 Wahl zum Hochmeister, 1673-1679 Gubernator von Ungarn, 1682 Oberlandeshauptmann von Schlesien und zugleich Herzog von Freudenthal, gestorben in Breslau, beigesetzt in der Ordenskirche Freudental, Herz in der Gruft der Kapuzinerkirche Mergentheim.

Wappen geviert durch ein schwarzes durchgehendes Kreuz, belegt mit einem goldenen Glevenkreuz (Lilienkreuz), das Ganze in der Mitte belegt mit einem Herzschild, der in Gold den schwarzen Reichsadler zeigt (Hochmeisterkreuz),

In dieser Tingierungsvariante auch im Scheiblerschen Wappenbuch und auf einer Wappenglasscheibe von 1665 im Museum des Schlosses in Bad Mergentheim. Dieser Variante wird im Siebmacher vor allem auch bei den kombinierten Wappen Wessenberg-Ampringen der Vorzug gegeben. Im Berliner Wappenbuch in Silber zwei rote Pfähle mit darüber gezogenem goldenen Balken.

3 Helme:

Beispiele für das Vorkommen dieses Wappens:


49. Ludwig Anton von Pfalz-Neuburg (Hochmeister 1684-1694)

Ludwig Anton von Pfalz-Neuburg (9.6.1660-4.5.1694), Generalfeldzeugmeister 1689, Fürstbischof von Worms 1691-1694, Fürstpropst von Ellwangen 1689-1694, Koadjutor 16.12.1667, Hochmeister 1684-1694, Inthronisation in Mergentheim am 15.1.1685, Subdiakonsweihe, Propstei Ellwangen 1689, Priesterweihe am 4.1.1694, Bischofsweihe am 10.1.1694, 1691 Koadjutor im Hochstift Mainz, gestorben in Lüttich, begraben in der Jesuitenkirche Düsseldorf; nach seinem Tod gingen alle drei Positionen (Ellwangen, Worms, Hochmeistertum) an seinen Bruder Franz Ludwig.

Das ganz frühe Wappen (1684-1689) ist geviert durch ein schwarzes durchgehendes Kreuz, belegt mit einem goldenen Glevenkreuz (Lilienkreuz), das Ganze in der Mitte belegt mit einem Herzschild, der in Gold den schwarzen Reichsadler zeigt (Hochmeisterkreuz),

Dazu als Prunkstücke nur den Fürstenhut, ggf. Wappenmantel.

Bildbeispiel: Graz, Deutschordenshaus

Das frühe geistliche Wappen (1689-1691), wie es durch Siegelführung belegt ist, ist geviert durch ein schwarzes durchgehendes Kreuz, belegt mit einem goldenen Glevenkreuz (Lilienkreuz), das Ganze in der Mitte belegt mit einem Herzschild, der in Gold den schwarzen Reichsadler zeigt (Hochmeisterkreuz),

Dazu als Prunkstücke Fürstenhut, Krummstab und gestürztes Schwert.

Das spätere Wappen (1691-1694) ist geviert durch ein schwarzes durchgehendes Kreuz, belegt mit einem goldenen Glevenkreuz (Lilienkreuz), das Ganze in der Mitte belegt mit einem Herzschild, der in Gold den schwarzen Reichsadler zeigt (Hochmeisterkreuz),

Manche Darstellungen zeigen auch die Symbole des Hochstifts Breslau in den Feldern des Mittelschildes. Das ist wohl eine Verwechslung mit seinem Nachfolger, denn Ludwig Anton war nie Fürstbischof von Breslau.

Beispiele für das Vorkommen dieses Wappens:


50. Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg (Hochmeister 1694-1732)

Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg (18./24.7.1664-18.4.1732), Fürstbischof von Breslau 1683-1732, Fürstbischof von Worms 1694-1732, Fürstpropst von Ellwangen 1694-1732, beides als Nachfolger seines Bruders, Hochmeister ab dem 12.7.1694 als Nachfolger seines Bruders Ludwig Anton, legte nie Profeß ab, bekam nie höhere Weihen, erster Regimentskommandeur der "Deutschmeister", Fürstbischof von Trier 1716-1729, 1710 Koadjutor in Mainz, Fürstbischof von Mainz 1729-1732, starb in Breslau, beigesetzt in der Johanniskirche.

Bildbeispiel: Weinheim, Deutschordenskommende

Das Wappen ist vier- bis fünflagig aufgebaut:

Dazu als Prunkstücke Fürstenhut bzw. Kurhut, Wappenmantel, Bischofsstab und gestürztes Schwert.

In der Trierer Zeit (1716-1729) gibt es eine Änderung im Mittelschild: Es kommt zu einer Neuaufnahme im Mittelschild, in Rot auf einem grünen Boden ein silbernes Lamm mit Fahne (Abtei Prüm), und die beiden Breslauer Felder rutschen zusammen in ein geteiltes Feld. Im Detail:

Bildbeispiel: Ellwangen, Pfarrhaus

Als er das Hochstift Trier gegen das Hochstift Mainz austauschte, gab es zwei Möglichkeiten, a) Verdoppelung des Wormser Schlüssel in Feld 1 und 4 des Mittelschildes (Absberg, Ellingen Schloß und Kirche, Trier DO-Kommende, Ellwanger Stiftskirche), und b) Entspannung und Verteilung von Breslau auf die Felder 3 und 4 (Gießen, Kommende Schiffenberg, außen am Tor). Im Detail für Möglichkeit a):

Im Detail für Möglichkeit b): Mittelschild geviert,

Eine Sonderform begegnet uns auf einer Münzprägung (Museum und Schatzkammer des Deutschen Ordens in Wien):

Beispiele für das Vorkommen dieses Wappens:


51. Clemens August von Bayern (Hochmeister 1732-1761)

Clemens August Ferdinand Maria Hyazinth Herzog von Bayern (16.8.1700-6.2.1791), Sohn des Kurfürsten Max Emanuel von Bayern, 19.12.1715 Koadjutor in Regensburg, 1716-1719 Fürstbischof von Regensburg, dann "Herr von Fünfkirchen": Fürstbischof in Köln 1723, Münster 26.3.1719, Osnabrück 1728, Paderborn 26.3.1719 und Hildesheim 1724, Priesterweihe 1725, Bischofsweihe 1727, starb in Ehrenbreitstein, begraben im Kölner Dom.

Bildbeispiel: Bonn, Koblenzer Tor

Wappen durch ein schwarzes Balkenkreuz, belegt mit einem goldenen Glevenkreuz und einem goldenen Herzschild mit schwarzem, rotbewehrtem Adler (Hochmeisterkreuz) geviert,

auf dem Adlerschild des Hochmeisterkreuzes noch ein genealogisches Schildchen, geviert,

Prünkstücke: Fürstenhut oder Kurhut, Wappenmantel, Bischofsstab und gestürztes Schwert.

Bildbeispiel: Hilsbach (zu Sinsheim, Rhein-Neckar-Kreis), Amtskellerei

Beispiele für das Vorkommen dieses Wappens:


52. Karl Alexander von Lothringen (Hochmeister 1761-1780)

Karl Alexander Herzog von Lothringen und Bar (12.12.1712-4.7.1780), jüngerer Bruder von Kaiser Franz I. Stephan, dem Mann von Maria Theresia, 1737 Generalwachtmeister, 1740 kaiserlicher Feldmarschall, 1744-1780 Gouverneur und Generalkapitän der Österreichischen Niederlande, Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies 1729, Ordenseintritt am 3.5.1761 unter Dispens vom Probejahr, einen Tag später Wahl zum Hochmeister am 4.5.1761, nahm sich 1769 seinen Neffen zum Koadjutor, begraben in der St. Gudulla-Kirche in Brüssel.

Bildbeispiel: Pfarrkirche Stopfenheim, am Kirchturm

Wappen durch ein schwarzes Balkenkreuz, belegt mit einem goldenen Glevenkreuz und einem goldenen Herzschild mit schwarzem, rotbewehrtem Adler (Hochmeisterkreuz) geviert,

auf dem Adlerschild noch ein genealogisches Schildchen, in Gold ein roter Schrägbalken, nach der Figur belegt mit drei silbernen Alérions (Herzogtum Lothringen).

Beispiele für das Vorkommen dieses Wappens:


53. Maximilian Franz Xaver von Habsburg-Lothringen (Hochmeister 1780-1801)

Maximilian Franz Xaver Joseph Johann Anton de Paula Wenzel von Österreich (8.12.1756-26.7.1801), Sohn des Kaisers Franz I. Stephan und dessen Frau Maria Theresia, Deutschordensritter 3.10.1769, Koadjutor seines Vorgängers = seines Onkels 1769, Koadjutor in den Hochstiften Köln und Münster 1780, folgte 1780 seinem Onkel als Hochmeister nach, letzter sein Amt ausübender Fürstbischof von Köln und Münster 15.4.1784-1801, Inthronisation in Mergentheim am 23.10.1780, gestorben in Hötzendorf bei Wien, begraben in der kaiserlichen Familiengruft in Wien.

Bildbeispiel: Pfarrkirche Sondernohe

Frühes Wappen (1780-1784) durch ein schwarzes Balkenkreuz, belegt mit einem goldenen Glevenkreuz und einem goldenen Herzschild mit schwarzem, rotbewehrtem Adler (Hochmeisterkreuz) geviert,

dieser Mittelschild in der Mitte belegt mit einem schwarzen Adler hier ohne eigene Feldbegrenzung (zum Hochmeistertum gehörender Schild), dieser belegt mit einem genealogischen Herzschild, gespalten,

Mögliche Prunkstücke: Fürstenhut, Wappenmantel.

Bildbeispiel: Nürnberg, St. Elisabethkirche

Späteres Wappen (1784-1801) durch ein schwarzes Balkenkreuz, belegt mit einem goldenen Glevenkreuz, geviert,

über dem Hochmeisterkreuz ein Habsburger Mittelschild, geviert,

dieser Mittelschild in der Mitte belegt mit einem schwarzen Adler hier ohne eigene Feldbegrenzung (zum Hochmeistertum gehörender Schild), dieser belegt mit einem gekrönten genealogischen Herzschild, gespalten,

Mögliche Prunkstücke: Fürstenhut, Wappenmantel, Bischofsstab und gestürztes Schwert.

Beispiele für das Vorkommen dieses Wappens:


54. Karl Ludwig von Habsburg-Lothringen, Erzherzog von Österreich (Hochmeister 1801-1804)

Erzherzog Carl Ludwig Johann Joseph Laurentius von Österreich, Herzog von Teschen (5.9.1771-30.4.1847), jüngerer Bruder von Kaiser Franz II., wurde von seinem Onkel adoptiert, militärische Karriere, 1792 Generalmajor, 1793 Generalgouverneur der österreichischen Niederlande, 1793  Feldmarschallleutnant, 1794 Feldzeugmeister, 1795 Abschied von der Armee, 1796 Reichsfeldmarschall, Teilnahme am 1., 2. und 3. Koalitionskrieg, 1801 kaiserlicher Feldmarschall und Präsident des Hofkriegsrates, Kriegs- und Marineminister, wurde wegen der Niederlage bie Wagram 1809 entlassen, Ordensmitglied seit dem 1.6.1801, Ritterschlag am 17.7.1801, übergab das Amt am 30.6.1804 an seinen Bruder und Nachfolger Anton Viktor, trat aus dem Deutschen Orden aus und heiratete 1815, gestorben in Wien, sein Sohn Wilhelm wurde 1863 Hochmeister.

Wappen nach der Siegelführung durch ein schwarzes Balkenkreuz, belegt mit einem goldenen Glevenkreuz und einem goldenen Herzschild mit schwarzem, rotbewehrtem Adler (Hochmeisterkreuz), geviert,

dem Herzschild aufgelegt noch ein gekröntes kleines Schildchen, in Rot ein silberner Balken (Erzherzogtum Österreich).

Beispiele für das Vorkommen dieses Wappens:


Exkurs: Das Hochmeistertum in den Fängen der Habsburger

Hier noch ein Überblick über die insgesamt 11 Hochmeister der Habsburger (10 Erzherzöge) und Anverwandten (1 Lothringer) zwischen 1590 und 1923 mit insgesamt 219 Hochmeisterjahren:


Ritterorden (Sitz in Wien ab 1809)


55. Anton Victor von Habsburg-Lothringen, Erzherzog von Österreich (Hochmeister 1804-1835)

Anton Viktor Joseph Johann Raimund Erzherzog von Österreich (31.8.1779-2.4.1835), Ordenseintritt am 8.10.1803, Hochmeister am 30.6.1804 als Nachfolger seines Bruders, Inthronisation in Mergentheim am 8.8.1804, letzter gewählter Kurfürst von Köln, letzter Fürstbischof von Münster, in beiden Positionen Nachfolger seines Onkels, aber ohne Amtsausübung, s. u., 1816-1818 Vizekönig der Lombardei in Italien, starb in der Landkommende Wien). Er war zwar Fürstbischof von Köln und Münster, doch tatsächlich hat er die Ämter nie ausüben können. Er war gewählt, am 9.9.1801 für Münster und am 7.10.1801 für Köln, obwohl das mehr ein Abnicken als eine echte Wahl war, denn beide Ämter hatte zuvor sein Onkel innegehabt. Am 28.8.1801 war er sogar noch in Erwartung der Ämter tonsuriert worden. Doch das Hochstift Köln war zweigeteilt, der linksrheinische Teil war französisch besetzt, der rechtsrheinische Teil war in das Herzogtum Westfalen integriert. Bereits am 9.2.1801 zeichnete sich im Frieden von Lunéville bereits ab, daß eine Säkularisation die Existenz beider Hochstifte beenden würde, und daß Anton Viktor wohl nie über seine Territorien würde herrschen können. Dennoch wurde es versucht, vergeblich. Denn 1802 marschierte Preußen in Münster ein und beendete auch diese Hoffnung. 1803 wurde im Reichsdeputationshauptschluß das Ende der gesitlichen Fürstentümer besiegelt. Deshalb führt er das erzherzogliche Wappen ohne Bistumskomponenten. Unter ihm war der Fortbestand des Deutschen Ordens in Gefahr: Im Preßburger Frieden 1805 wurde das Meistertum als erbliches Fürstentum dem Haus Habsburg zugesprochen, eine nur momentane Rettung, denn nach dem erneuten Aufflammen des französisch-österreichischen Krieges befahl Napoléon am 24.4.1809 die Auflösung des Deutschen Ordens, und der Ordensbesitz wurde an die Anlieger verteilt.

1. Variante: Wappen nach Siegelführung geviert,

über allem ein schwarzes Balkenkreuz, belegt mit einem goldenen Glevenkreuz und einem goldenen Herzschild mit schwarzem, rotbewehrtem Adler (Hochmeisterkreuz). Diesem ist ein weiteres genealogisches Schildchen aufgelegt, das zweimal gespalten ist,

2. Variante: späteres Wappen: geviert,

über allem ein schwarzes Balkenkreuz, belegt mit einem goldenen Glevenkreuz und einem goldenen Herzschild mit schwarzem, rotbewehrtem Adler (Hochmeisterkreuz). Diesem ist ein weiteres genealogisches Schildchen aufgelegt, das zweimal gespalten ist,

Beispiele für das Vorkommen dieses Wappens:


Exkurs: Franz I. - ein Kaiser mit dem Hochmeisterkreuz

Kaiser Franz I. von Österreich (12.2.1768-2.3.1835) war 1792-1806 als Franz II. Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, der letzte vor dem Ende des Alten Reiches 1806. Gleichzeitig war er als Kaiser Franz I. der erste Kaiser von Österreich und amtierte als solcher 1804-1835. Die anderen Titel liefen kontinuierlich von 1792 bis 1835 durch: König von Ungarn, König von Böhmen, König von Kroatien und Slawonien, König von Galizien und Lodomerien, Erzherzog von Österreich, Herzog von Steyer etc. Die anderen Titel waren z. T. diskontinuierlich: Er war König von Dalmatien 1792-1805 und 1814-1835, Herzog von Mailand 1792-1797, Herzog von Venedig 1797-1805, König der Lombardei und von Venedig 1815-1835, König von Illyrien 1814-1835, Herzog von Krain 1814-1835, Herzog von Luxemburg 1792-1795, Herzog von Salzburg 1805-1809 und 1816-1835 und Präsident des Deutschen Bundes 1815-1835. Es waren politische Umbruchszeiten, in denen er lebte und herrschte, von Napoleons Kriegen bis zum Wiener Kongreß und der Neuordnung Europas.

Bildbeispiel: Innsbruck (Tirol, Österreich), Hofburg

Im Photo gezeigt wird das kleine kaiserlich-österreichische Wappen. Die Basis seines Wappens bildet der schwarze, golden bewehrte und rotgezungte Doppeladler, auf beiden Häuptern königlich gekrönt, die Kaiserkrone oben zwischen beiden Häuptern schwebend, aus der blaue Bänder mit goldener Fransenborte herabfallen und zur Seite gezogen sind. Der Adler trägt in seinen Fängen rechts ein goldenes Zepter und das silberne, golden gegriffte Reichsschwert, links den goldenen (nicht blauen!) Reichsapfel. Diesem Adler liegt das Hochmeisterkreuz des Deutschen Ordens auf, ein schwarzes, golden gesäumtes Tatzenkreuz, belegt mit einem goldenen Glevenkreuz. Der typische Herzschild mit dem schwarzen einköpfigen Adler in goldenem Feld fehlt jedoch. Auf dem Hochmeisterkreuz liegt dafür der genealogische Brustschild, zweimal gespalten, Feld 1: in Gold ein roter, blau gekrönter Löwe (Habsburg), Feld 2: in Rot ein silberner Balken (Erzherzogtum Österreich), Feld 3: in Gold ein roter Schrägbalken, nach der Figur belegt mit drei silbernen Alérions (Herzogtum Lothringen). Um alles liegt die Collane des Ordens vom Goldenen Vlies, mit abwechselnden Gliedern aus Feuerstählen und funkensprühenden Feuersteinen, mit einem unten abhängenden Widderfell. Daß der Adler hier an den Flügeln die Zwischenfedern vergoldet hat, ist hingegen künstlerische Freiheit und nicht heraldisch signifikant. Im Gegensatz zum kleinen österreichischen Reichswappen besitzt das mittlere Staatswappen noch zusätzlich auf den Flügeln und auf dem Schwanz des Adlers elf Schilde mit Länderwappen Österreich-Ungarns, dazu schlingen sich um den genealogischen Schild und den Hals des Adlers insgesamt sechs Ordensketten.

Die eigentliche Besonderheit dieses Wappens ist die Aufnahme des Hochmeisterkreuzes des Deutschen Ordens zwischen dem Adler und dem genealogischen Schild mur in der Zeit zwischen 1806 und 1815. Dieses Wappen wurde im Jahr 1814 angebracht. Der historische Hintergrund ist folgender: Der jüngere Bruder des Kaisers, der am 8.10.1803 in den Deutschen Orden aufgenommene Anton Viktor Joseph Johann Raimund Erzherzog von Österreich (31.8.1779-2.4.1835), war am 30.6.1804 zum 55. Hochmeister bestimmt worden und wurde am 8.8.1804 in Mergentheim inthronisiert.

Das Ende des Deutschen Ordens kam mit Napoléons Sieg über die Habsburgermonarchie: Im Preßburger Frieden vom 26.12.1805 zwischen Napoléon und Kaiser Franz I./II. wurde das Meistertum als erbliches Fürstentum dem Haus Habsburg zugesprochen. Der im gleichen Vertrag festgeschriebene Verlust von Tirol, Brixen, Trient etc. an Bayern wurde damit kompensiert, daß in Artikel 12 der österreichische Kaiser die Residenz Mergentheim mit dem "Großmeisterthume" und den damit verbundenen Rechten, Domänen und Einkünften als erbliches Eigentum zugesprochen bekam. Dadurch nahm der Kaiser den Titel eines Fürsten von Mergentheim zusätzlich an und nahm das Hochmeisterkreuz in sein Wappen auf. Er hatte aber nicht vor, seinen jüngeren Bruder ins Unglück zu stürzen, deshalb ließ er Anton Viktor Joseph Johann Raimund Erzherzog von Österreich und den Orden weiterhin in Besitz von Mergentheim.

Doch das war nur eine momentane Rettung, denn nach dem erneuten Aufflammen des französisch-österreichischen Krieges befahl Napoléon am 24.4.1809 die Auflösung des Deutschen Ordens, um dem österreichischen Kaiser zu schaden und ihn indirekt über seinen Bruder zu treffen, und der Ordensbesitz wurde an die Anlieger verteilt. Am 14.10.1809 wurde dieser Beschluß im Frieden von Wien bestätigt. 1815 wiederum war Napoléon endgültig Geschichte. Im selben Jahr verschwand das Hochmeisterkreuz ohne größeres Aufsehen wieder aus dem kleinen und mittleren kaiserlichen Wappen. Komischerweise blieb es aber im großen kaiserlich-österreichischen Wappen erhalten.

Franz I. unternahm 1826 einen ersten Versuch zur Wiederherstellung des Ordens in der alten Form, er wollte auf die Rechte aus dem Preßburger Frieden verzichten und den Orden als duale, geistlich-militärische Organisation rekonstituieren. Die österreichische Justizverwaltung hatte Bedenken und verzögerte. Franz I. erneuerte den Deutschen Orden schließlich 1834 feierlich als "Deutscher Ritterorden". So ganz frei war der Orden nicht, denn Bestimmung 5 sah vor, daß der Orden seinen Hochmeister aus der Reihe der kaiserlichen Prinzen zu wählen hatte, sofern diese dem Orden angehörten. Das Großkapitel des Ordens wurde am 27.5.1834 in Wien einberufen, Die Ordensregel von 1606 blieb unverändert, die Statuten wurden zeitgemäß angepaßt. Am 5.6.1834 wurden die neuen Statuten vom Generalkapitel verabschiedet, der Kaiser genehmigte sie am 30.6.1837 mit der Auflage einiger Änderungen, die am 26.2.1839 vom Großkapitel verabschiedet und am 21.6.1839 vom Kaiser genehmigt wurden. Ein kaiserliches Patent vom 28.6.1840 gab dem Orden seinen Charakter als selbständige geistlich.-ritterliche Institution zurück.

1836 kam es zu einer Neuregelung von Titel und Wappen unter Kaiser Ferdinand, und dabei verzichtete der österreichische Kaiser formell auf den Titel eines Fürsten von Mergentheim. Doch das Hochmeisterkreuz im Großen Wappen blieb, und nur in diesem, im mittleren Pfahl von dreien, in dessen oberster Reihe als viertes und letztes Feld, diesmal aber korrekt mit dem goldenen Herzschild mit dem einköpfigen schwarzen Adler.


56. Maximilian Joseph von Habsburg-Lothringen-Este, Erzherzog von Österreich, Prinz von Modena (Hochmeister 1835-1863)

Erzherzog Maximilian Joseph von Österreich-Este (14.7.1782-1.6.1863), seit 1801 Ordensmitglied, 1804 Ordensritter, 1805 Generalmajor, 1809 Kampf gegen die französische Armee, Sicherung der Stadt Linz durch ein System von Turmbefestigungen, Entwicklung eines Befestigungskonzeptes für Wien.

Wappen: Geviert,

über allem ein schwarzes Balkenkreuz, belegt mit einem goldenen Glevenkreuz und einem goldenen Herzschild mit schwarzem, rotbewehrtem Adler (Hochmeisterkreuz). Diesem ist ein weiteres genealogisches Schildchen aufgelegt, das gespalten ist,

Auf dem Schild ruht der Erzherzogshut.

Beispiele für das Vorkommen dieses Wappens:


57. Wilhelm Franz Karl von Habsburg-Lothringen, Erzherzog von Österreich (Hochmeister 1863-1894)

Erzherzog Wilhelm Franz Karl von Habsburg-Lothringen (21.4.1827-29.7.1894), seit 1842 Oberst der k. k. Armee, 1853 Feldmarschallleutnant, 1857-1860 Chef des Armeeoberkommandos, 1864 Generalinspektor der gesamten k. k. Artillerie, Sohn des 54. Hochmeisters, Onkel des nachfolgenden Hochmeisters.

Wappen: Geviert,

über allem ein schwarzes Balkenkreuz, belegt mit einem goldenen Glevenkreuz und einem goldenen Herzschild mit schwarzem, rotbewehrtem Adler (Hochmeisterkreuz). Diesem ist ein weiteres Schildchen aufgelegt, das ist zweimal gespalten,

Beispiele für das Vorkommen dieses Wappens:


58. Eugen Ferdinand von Habsburg-Lothringen, Erzherzog von Österreich (Hochmeister 1894-1923)

Erzherzog Eugen Ferdinand Pius Bernhard Felix Maria von Österreich-Teschen (21.5.1863-30.12.1954), letzter weltlicher Hochmeister, letzter Habsburger als Hochmeister, Neffe des vorherigen Hochmeisters Wilhelm von Österreich, Sohn des 54. Hochmeisters Karl Ludwig von Österreich, k. u. k. Feldmarschall, wandelte den Orden in einen rein geistlichen Orden um, außerdem Mitglied und Großkreuz-Ritter des Ritterordens vom Heiligen Grab, Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies. Als Hochmeister des Deutschen Ordens war Eugen Erzherzog von Österreich seit seiner Amtsübernahme 1894 zugleich Kommandant des traditionsreichen Infanterieregiments "Hoch- und Deutschmeister" Nr. 4. Dies paßt zu seiner sonstigen militärischen Laufbahn, die ihn 1916 in den Rang eines Feldmarschalls der k.u.k. Armee und später in den eines Kommandanten der Süd-Westfront im Ersten Weltkrieg brachte. Seine Amtszeit endete 1923 durch Verzicht.

Wappen: Geviert,

über allem ein schwarzes Balkenkreuz, belegt mit einem goldenen Glevenkreuz mit Krückenenden vor den Lilienenden und einem goldenen Herzschild mit schwarzem, rotbewehrtem Adler (Hochmeisterkreuz). Diesem ist ein weiteres Schildchen aufgelegt, das ist zweimal gespalten,

Das Wappen ist fast identisch mit dem seines Vorgängers, siehe oben. Es gab nur eine winzige Änderung: Die Form des Deutschordenskreuzes wurde angepaßt, das goldene Kreuz erhielt eine krückenendige Form, und an die Endkrücken wird die Lilie angesetzt. Mögliche Prunkstücke: Erzherzogshut, Helm mit 5 Straußenfedern, Wappenmantel, Orden vom Goldenen Vlies. Neben diesem Wappen führte er ein erheblich vereinfachtes mit dem Hochmeisterkreuz und einem Herzschild oder aufgelegten Vollwappen für das Erzherzogtum Österreich.

Abb.: undatiertes Exlibris, entworfen von Ernst Krahl (1858-1926) für Eugen Erzherzog von Österreich.

Exlibris: Im Gegensatz zu früheren Konstruktionen von Hochmeisterwappen, wo das Ganze in der Mitte mit einem Herzschild belegt ist, der in Gold den schwarzen Reichsadler zeigt, liegt hier dem Hochmeisterkreuz das einfache Wappen des Erzherzogtums Österreich auf, in Rot ein silberner Balken, auf dem gekrönten Helm mit rot-silbernen Decken ein Pfauenstoß.

Beispiele für das Vorkommen dieses Wappens:


Klerikaler Orden (Sitz in Wien)


59. Norbert Johann Klein (Hochmeister 1923-1933)

Norbert Johann Klein (25.10.1866-10.3.1933), Mitglied des Ordens seit dem 16.10.1887, ewige Profeß 1892, Priesterweihe am 27.7.1890, Bischof von Brünn am 27.7.1916, Bischofsweihe am 28.1.1917, Resignation am 4.1.1926, Titularbischof von Syene, 1923 Koadjutor des Hochmeisters, im selben Jahr Hochmeister.

Wappen geviert,

über allem ein schwarzes Balkenkreuz, belegt mit einem goldenen Glevenkreuz und einem goldenen Herzschild mit schwarzem, rotbewehrtem Adler (Hochmeisterkreuz).

Dazu wird ein grüner Galero mit beiderseits je 6 grünen Fiocchi geführt.

Bevor er Hochmeister wurde, führte er als Brünner Bischof und Deutschordensmitglied einen halbgespaltenen und geteilten Schild, Feld 1: in Gold der Doppeladler, Feld 2: die Spitzen, Feld 3: Deutschordenskreuz schwebend. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wechselte das Bistumswappen Brünn zur heute üblichen Form.

Beispiele für das Vorkommen dieses Wappens:


60. Paul Heider (Hochmeister 1933-1936)

Paul Heider (21.6.1868-25.1.1936), seit 1886 Ordensmitglied, Priesterweihe am 26.7.1892, Propst von Troppau 1916, Monsignore, päpstlicher Ehrenprälat, Wahl zum Hochmeister am 31.5.1933, Benediktion am 17.10.1933). Es ist kein Wappen von ihm bekannt.


61. Robert Schälzky (Hochmeister 1936-1948)

Robert Schälzky (13.8.1882-27.1.1948), Ordensmitglied seit 1902, einfache Profeß am 15.9.1903, ewige Profeß am 15.9.1906, Priesterweihe am 29.6.1907, Generalrat 1932, Wahl zum Hochmeister am 24.3.1936, Enteignung des Ordens 1938, 1945 Flucht von Troppau nach Wien. Es ist kein Wappen von ihm bekannt.


62. Marian Tumler (Hochmeister 1948-1970)

Marian Tumler (21.10.1887-18.11.1987), stammte aus Schlanders, Ordensmitglied seit 1903, einfache Gelübde am 8.12.1904, ewige Profeß am 14.9.1909, Priesterweihe am 29.6.1910, Großkapitular am 29.5.1925, stellvertretender Landkomtur von Österreich 1938, Wahl zum Hochmeister am 10.5.1948, Resignation am 6.10.1970). Es ist kein Wappen von ihm bekannt.


63. Ildefons Pauler (Hochmeister 1970-1988)

Ildefons Pauler (9.11.1903-9.1.1996), stammte aus Schlesien, seit 1927 Ordensmitglied, Priesterweihe am 26.7.1931, 1948 Prior der deutschen Brüderprovinz in Darmstadt, 1963 Pfarrer in Sachsenhausen, Wahl zum Hochmeister am 6.10.1970, Resignation 1988). Es ist kein Wappen von ihm bekannt.


64. Arnold Wieland (Hochmeister 1988-2000)

Arnold Wieland (1.8.1940-), in Lengmoos geboren, seit dem 5.10.1959 Mitglied des Deutschen Ordens, einfache Profeß am 6.10.1960, ewige Profeß am 28.12.1965, Priesterweihe am 29.6.1966, seit dem 29.8.1988 Hochmeister, Wiederwahl am 29.10.1994, seit 2000 nicht wiedergewählt, wieder einfaches Ordensmitglied, 2003-2014 Hochschulseelsorger an der Freien Universität Bozen, 2014 Prior der Deutschordensprovinz Südtirol.

Wappen geviert,

über allem ein schwarzes Balkenkreuz, belegt mit einem goldenen Glevenkreuz und einem goldenen Herzschild mit schwarzem, rotbewehrtem Adler (Hochmeisterkreuz).

Dieses Wappen wird als Priesterwappen mit einer Mitra, einem goldenen schräglinks gestellten Krummstab mit silbernem Velum, mit einem schrägrechts gestellten, silbernen und golden gegrifften Schwert jeweils hinter dem Schild und mit einem schwarzen Galero und silbernen Knotenschnüren mit auf jeder Seite sechs silbernen Fiocchi geführt (Zeichen eines Generaloberen, die silberne Farbgebung für den Deutschen Orden). Devise: Veritas in cruce et salus - die Wahrleit liegt im Kreuze und auch das Heil.

Beispiele für das Vorkommen dieses Wappens:


65. Bruno Platter (Hochmeister 2000-2018)

Bruno Platter (21.3.1944-), seit 1963 Mitglied des Deutschen Ordens, erste Profeß am 12.9.1964, feierliche Profeß am 15.9.1969, Priesterweihe am 29.6.1970, seit dem 25.8.2000 Generalabt und Hochmeister, Wiederwahl am 24.8.2006 und 2012, Amtsniederlegung am 22.8.2018.

Wappen geviert,

über allem ein schwarzes Balkenkreuz, belegt mit einem goldenen Glevenkreuz und einem goldenen Herzschild mit schwarzem, rotbewehrtem Adler (Hochmeistertum).

Dieses Wappen wird als Priesterwappen mit einer Mitra, einem goldenen schräglinks gestellten Krummstab mit silbernem Velum, mit einem schrägrechts gestellten, silbernen und golden gegrifften Schwert jeweils hinter dem Schild und mit einem schwarzen Galero und silbernen Knotenschnüren mit auf jeder Seite sechs silbernen Fiocchi geführt (Zeichen eines Generaloberen, die silberne Farbgebung für den Deutschen Orden). Devise: In suavitate spiritus - im Geiste der Sanftmut.

Beispiele für das Vorkommen dieses Wappens:


66. Frank Bayard (Hochmeister 2018- ad multos annos)

Frank Bayard (11.10.1971-), seit 2000 Mitglied des Deutschen Ordens, ewige Profeß am 19.9.2004, Priesterweihe am 22.7.2006, seit 2018 Generalabt und Hochmeister.

Wappen geviert,

über allem ein schwarzes Balkenkreuz, belegt mit einem goldenen Glevenkreuz und einem goldenen Herzschild mit schwarzem, rotbewehrtem Adler (Hochmeistertum).

Die persönliche Komponente wurde an das Wappen der ehemaligen Gemeinde Köllerbach, heute Stadtteil des saarländischen Püttlingen, angelehnt. Dieses Wappen wird als Priesterwappen mit einer Mitra, einem goldenen schräglinks gestellten Krummstab mit silbernem Velum, mit einem schrägrechts gestellten, silbernen und golden gegrifften Schwert jeweils hinter dem Schild und mit einem schwarzen Galero und silbernen Knotenschnüren mit auf jeder Seite sechs silbernen Fiocchi geführt (Zeichen eines Generaloberen, die silberne Farbgebung für den Deutschen Orden). Devise: Noli timere - meus es tu - fürchte dich nicht, mein bist du.

Beispiele für das Vorkommen dieses Wappens:


Literatur:
Siebmachers Wappenbücher
Hans-Georg Boehm: Hochmeisterwappen des Deutschen Ordens 1198-1618, Frankonia Buch 1990, Fränkische Nachrichten Druck- und Verlags-GmbH, Tauberbischofsheim, ISBN 3-924780-15-3
800 Jahre Deutscher Orden, Ausstellung des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg in Zusammenarbeit mit der Internationalen Historischen Kommission zur Erforschung des Deutschen Ordens, Ausstellungskatalog, Bertelsmann Lexikon Verlag, Gütersloh/Münschen 1990, ISBN 3-570-07434-x und 3-570-06676-2.
http://www.heraldique-europeenne.org/Armoriaux/Teutonique/index.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Hochmeister
Die Hochmeister der Residenz Mergentheim, Heft 15 der Schriftenreihe der Vereinigung zur Förderung der wissenschaftlichen Erforschung der Geschichte des Deutschen Ordens e.V. und der Historischen Deutschordens-Compagnie Bad Mergentheim e.V., 1997
Udo Arnold: Deutscher Orden 1190-2000, ein Führer durch das Deutschordensmuseum in Bad Mergentheim, hrsg. von Maike Trentin-Meyer für das Deutschordensmuseum, Spurbuch-Verlag, 2. Auflage, Baunach 2011, ISBN: 978-3-88778-212-2
Hochmeister des Deutschen Ordens:
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Hochmeister_des_Deutschen_Ordens
Hochmeister Friedrich von Sachsen
https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_von_Sachsen_(1473%E2%80%931510)
Hochmeister Albrecht von Brandenburg
https://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_(Preußen)
Hochmeister Walther von Cronberg
https://de.wikipedia.org/wiki/Walther_von_Cronberg
Hochmeister Wolfgang Schutzbar gen. Milchling
https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Schutzbar_genannt_Milchling_(Hochmeister)
Hochmeister Georg Hundt von Wenckheim
https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Hund_von_Wenkheim
Hochmeister Heinrich von Bobenhausen
https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_von_Bobenhausen
Hochmeister Maximilian III. von Habsburg, Erzherzog von Österreich
https://de.wikipedia.org/wiki/Maximilian_III._(Vorderösterreich)
Hochmeister Karl von Habsburg, Erzherzog von Österreich
https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_von_Österreich_(1590%E2%80%931624)
Hochmeister Johann Eustach von Westernach
https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Eustach_von_Westernach
Hochmeister Johann Kaspar von Stadion
https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Kaspar_von_Stadion
Hochmeister Leopold Wilhelm von Habsburg Erzherzog von Österreich
https://de.wikipedia.org/wiki/Leopold_Wilhelm_von_Österreich
Hochmeister Karl Joseph von Habsburg Erzherzog von Österreich:
https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Joseph_von_Österreich_(1649%E2%80%931664)
Hochmeister Johann Caspar von Ampringen
https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Caspar_von_Ampringen
Hochmeister Ludwig Anton von Pfalz-Neuburg:
https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Anton_von_der_Pfalz
Hochmeister Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg
https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Ludwig_von_Pfalz-Neuburg
Hochmeister Clemens August von Bayern:
https://de.wikipedia.org/wiki/Clemens_August_von_Bayern
Hochmeister Karl Alexander von Lothringen
https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Alexander_von_Lothringen
Hochmeister Maximilian Franz von Österreich
https://de.wikipedia.org/wiki/Maximilian_Franz_von_Österreich
Hochmeister Carl von Österreich
https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_von_Österreich-Teschen
Hochmeister Anton Viktor von Österreich
https://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Viktor_von_Österreich
Hochmeister Maximiian Joseph von Österreich
https://de.wikipedia.org/wiki/Maximilian_Joseph_von_Österreich-Este
Hochmeister Erzherzog Wilhelm von Österreich
https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_von_Österreich
Hochmeister Erzherzog Eugen von Österreich
https://de.wikipedia.org/wiki/Eugen_von_Österreich-Teschen
Hochmeister Norbert Johann Klein
https://de.wikipedia.org/wiki/Norbert_Johann_Klein
Hochmeister Paul Heider
https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Heider
Hochmeister Robert Schälzky
https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Schälzky
Hochmeister Marian Tumler
https://de.wikipedia.org/wiki/Marian_Tumler
Hochmeister Ildefons Pauler
https://de.wikipedia.org/wiki/Ildefons_Pauler
Hochmeister Arnold Wieland
https://de.wikipedia.org/wiki/Arnold_Wieland
Hochmeister Bruno Platter
https://de.wikipedia.org/wiki/Bruno_Platter
Hochmeister Frank Bayard
https://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Bayard

Wappen des Deutschen Ordens

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