Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 55
Würzburg (Unterfranken)

Die Festung Marienberg in Würzburg, Teil (3): das Schloß der Renaissance


Das Renaissance-Schloß
Um den Innenhof schließt sich das hohe Rechteck aus Gebäuden, geprägt von der Renaissance-Zeit. Der lange Flügel im Norden ist der Kammerbau an der Schottenflanke, heute Sitz des Staatsarchivs. Er wird begrenzt von zwei Türmen, dem Kiliansturm im Nordwesten und dem Marienturm im Nordosten. Hofseitig sind zwei Treppentürme angebaut, jeweils ziemlich weit außen, einer gegenüber dem Westflügel, der andere im Eck jenseits der Kirche. Im Osten liegt an der Schmalseite des Rechtecks der Fürstenbau, begrenzt im Norden vom Marienturm und im Süden vom Randersackerer Turm, auch Sonnenturm genannt. An den Ostflügel hofseitig angebaut ist der Bibra-Turm mit der Bibra-Treppe. Talseitig ist außen ein rechteckiger Erker mit Strebepfeilern an den freien Ecken vorgebaut. Der Südflügel besteht aus dem Hofstubenbau im Westen, heute ein Tagungszentrum, mit einem in den Hof ragenden Vorbau, und dem Bibliotheksbau im Osten, heute Gaststätte unten und Fürstenbaumuseum oben. Die westliche Schmalseite schließt nicht zur Gänze das Alte Zeughaus, mit einem Treppenturm an der nördlichen Schmalseite. An den Südflügel sind außen angebaut die Orangerie, heute zur Gaststätte gehörig, und der Küchenturm im Südosteck. Der Bereich zwischen Ostflügel und Abschlußmauer hat sein mittelalterliches Gesicht verloren und wurde im Barock in eine Terrasse mit dem Fürstengarten umgewandelt.


Hochschloß, Ostflügel
Der dreigeschossige Ostflügel ist der stadtseitige Flügel des Hochschlosses, der sogenannte Fürstenbau. In diesem vergleichsweise baulich unregelmäßigen und architektonisch uneinheitlichen Flügel finden sich noch etliche Bauteile vor dem Ausbau unter Julius Echter von Mespelbrunn. Auch wenn das Äußere dieses Flügels den anderen angeglichen wurden, verraten die Bausubstanz selbst und die zahlreichen Wappen eine komplexe Baugeschichte. Hier liegen die ältesten Wohngemächer des Schlosses, die noch aus der Zeit der Burg stammen. Dem Ostflügel ist hofseitig ein achteckiger Treppenturm vorgesetzt, der Bibra-Treppenturm. Dieser Turm ist benannt nach Fürstbischof Lorenz von Bibra (reg. 1495-1519), unter dem mehrere Teilbauten der Burg zu einem Gebäudeflügel mit gemeinsamer Erschließungstreppe verschmolzen wurden. Links des Treppenturmes, als im nördlichen Teil des Ostflügels, ist der Saal des romanischen Palas enthalten. Der Palas der mittelalterlichen Burg erstreckte sich mit seinen Wohngemächern rechts des Treppenturmes, ist also im südlichen teil des Ostflügels enthalten. Er reichte damals aber nicht ganz bis zum Eckturm, vielmehr gab es dort eine Baulücke. Erst im 16. Jh. wurde die zumindest in den Obergeschossen bestehende Lücke durch zwei neue Fensterachsen geschlossen. Von der Rückseite aus kann man das gut erkennen, denn dort befindet sich ein Erkerturm mit alten Abortanlagen, das war das letzte Element der bischöflichen Wohnung vor der Baulücke. Ein hölzerner Übergang überbrückte die Lücke.

 

Lorenz von Bibra ist der Vater der Gestaltung dieses Flügels, und er ließ nicht nur den Treppenturm errichten, sondern die Fassade mit zwei- und dreiteiligen spätgotischen Fenstern in einigermaßen regelmäßig versetzter Anordnung versehen. In den Bibra-Turm führt ein spätgotisches Vorhangbogen-Portal mit Stabwerk-Rahmung. Darüber ist ein 130 cm hohes und 90 cm breites Wappenrelief des Bauherrn angebracht (Wappenfundstelle Nr. 32) mit der Inschrift in gotischen Minuskeln "Anno d(omi)ni 1511 / ia(h)r wardt di(e)ser bau / gemacht", am Ende der letzten Zeile ein Steinmetzzeichen. Das fürstbischöfliche Wappen ist geviert, Feld 1: "Fränkischer Rechen" = von Rot und Silber mit drei aufsteigenden Spitzen geteilt, Herzogtum zu Franken, Feld 2 und 3: Stammwappen der von Bibra, in Gold ein steigender schwarzer Biber mit geschupptem Schwanz, Feld 4: "Rennfähnlein" = in Blau eine rot-silbern gevierte, an den beiden senkrechten Seiten je zweimal eingekerbte, schräggestellte Standarte mit goldenem Schaft, Hochstift Würzburg.

 

Abb.: Wappenfundstelle Nr. 32

In den vier Ecken der Relieftafel befindet sich eine aus vier Schilden bestehende Ahnenprobe. Heraldisch rechts oben befindet sich der einwärts gewendete Schild der von Bibra wie beschrieben. Er steht hier für die väterliche Stammlinie des Fürstbischofs. Sein Vater war Hans von Bibra (-1473), fürstbischöflicher Amtmann, sein Großvater war Georg von Bibra. Gegenüber sehen wir auf der heraldisch linken, oberen Stelle der Ahnenprobe das Wappen der Schenk von Schenkenwald, fünfmal im Zinnenschnitt geteilt, wobei als Tinkturen alternierend einerseits Gold und andererseits eine silbern-rote mehrfache Schrägteilung benutzt werden. Die Mutter des Fürstbischofs war Margaretha Schenk von Schenkenwald (gest. ca. 1481), Tochter des Peter Schenk von Schenkenwald und dessen Frau Agatha Schenk von Schweinsberg. Heraldisch unten rechts ist das Wappen der Voit von Salzburg, in Silber ein schwarzer Zickzackbalken mit 5 Spitzen. Hier steht der Schild für die Großmutter väterlicherseits, Sophia Voit von Salzburg, Tochter des Otto Voit von Salzburg und der Margaretha von der Kere. Als vierten und letzten Schild der Ahnenprobe sehen wir den der Schenk von Schweinsberg, er ist geteilt, oben in Blau ein schreitender goldener Löwe, unten in Silber 4 (3:1) rote Rauten. Hier steht der Schild für die Großmutter mütterlicherseits, Agatha Schenk von Schweinsberg.

Eine identische Ahnenprobe für den Würzburger Fürstbischof Lorenz von Bibra finden wir am Kirchturm der Volkacher Stadtpfarrkirche St. Bartholomäus, weiterhin an der Zehntscheuer in Haßfurt, im Gewölbe der Wallfahrtskirche Dettelbach und am Alten Schloß in Mellrichstadt. Für seinen Bruder Hans finden wir eine identische Ahnenprobe am Unteren Schloß in Bibra (Grabfeld).

Abb.: Wappenfundstelle Nr. 32

Die fränkischen Bibra standen früher in den Diensten der Henneberger, eventuell waren sie auch Ministerialen der Klöster Hersfeld und Fulda. In Würzburg bekleideten die von Bibra traditionell das Amt des Erb-Untermarschalls, erst im Wechsel mit den von der Kere (Kehr, Keer), später nach deren Erlöschen ab 1654 alleine. Eine zweite Ehrenstellung erlangte die Familie von Bibra ab 1721: Sie hatten dann auch das Amt der Erbtruchsessen im Hochstift Bamberg inne, ein Amt, das früher die Truchseß von Pommersfelden bekleideten, nach deren Aussterben gingen Besitz und Wappen der Truchsessen von Pommersfelden an die Schönborns, das Amt aber an die von Bibra. Vertreter der Familie sind eng mit dem Hochstift Würzburg verbunden und leisteten diesem wichtige Dienste. In kirchlicher oder ritterlich-kirchlicher Hinsicht ist die Familie von Bibra eines der bedeutendsten fränkischen Geschlechter: Zwei Bischöfe von Würzburg (Lorenz und Konrad), ein Fürstbischof von Fulda (Heinrich von Bibra), in Hersfeld Äbte und Pröpste, desgl. in Veßra und Rohr, sechs Ritter des Deutschen Ordens, zwischen 1394 und 1790 achtzehn Mitglieder des Domkapitels zu Würzburg, in Bamberg vierzehn Domherren - der Name Bibra steht in Franken für beispiellosen Einsatz für kirchliches Geschehen in Franken. Heute existieren von der Familie Bibra aus dem Valentinischen Stamm die Linie Adelsdorf (Euerheim) und Gleicherwiesen, aus dem Bernhardischen Stamm die Linien Brennhausen, von und zu Bibra und Irmelshausen. Mehr zu diesem Bischof bei seinem Epitaph im Würzburger Dom.

Zurück zur Bibra-Treppe: Bevor Lorenz von Bibra hier seinen Treppenturm baute, war hier eine offene Außentreppe, die bis ins erste Obergeschoß führte und von dort nach links auf eine Galerie, und von dieser kam man in den großen Saal, dessen Eingangsportal auf dieser Galerie erreicht wurde. Der Verbindungsbau zwischen Turm und Saal war also zunächst eingeschossig. Nach dem Brand 1600 ließ Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn diesen Bereich umbauen: Der Verbindungsbau wurde zu einem zweistöckigen Bau aufgestockt und geschlossen; die Tiefe entspricht derjenigen des Bibra-Turmes. Im zweiten Obergeschoß wurde eine Terrasse mit Sandstein-Balustrade geschaffen. Diese schmale Terrasse knickt im Eck nach links parallel zum Nordflügel ab; gestützt wird sie von zwei hohen Blendbögen. Diese Terrasse führt bis zum Turm der Echterwendeltreppe (siehe Abschnitt zum Nordflügel).

Die Terrasse war zwischenzeitlich überbaut worden und wurde erst bei der Restaurierung 1936-1937 wieder freigelegt und restauriert. Der gesamte Fürstenbau brannte 1945 komplett aus. Erst 1971-1972 zog man die ersten Decken wieder in die Ruine ein, aber nicht mehr aus Holz, sondern aus Stahlbeton. Der komplette Dachstuhl des Fürstenbaus mußte erneuert werden. Erst 1990 wurden die Sicherungs- und Wiederaufbauarbeiten mit der Eröffnung des Fürstenbaumuseums abgeschlossen.

Lorenz von Bibra ließ auch den Erkerturm auf der Außenseite erbauen, den man vom Fürstengarten aus sehen kann. Er entstand bei einem Umbau 1511 und wird an den Außenkanten von zwei Strebepfeilern gestützt.

 

Abb.: Wappenfundstelle Nr. 33

Ein zweites Wappen finden wir im rechten Teil der hofseitigen Fassade des Fürstenbaus (Ostflügel), schon in der Nähe des Renaissance-Erkers, angebracht zwischen den Fenstern des ersten und des zweiten Obergeschosses (Wappenfundstelle Nr. 33). Es handelt sich um das Wappen des Fürstbischofs Friedrich von Wirsberg (reg. 1558-1573). Die Inschrift in der Sockelzone lautet: "In dem zway und sibenzigsten Ja(h)r / am tag Pettri Cathedra furwahr / Ist Der Alt baw und thurn behent / aus Unfall Durch Feüer verpren(n)d / Und Noch Di(e)ses Ja(h)rs erbaut so gut / Gott erhalts fürter in seiner Hudt Amen" - im Jahre 1572 ist am 22. Februar der alte Bau samt Turm Opfer eines Brandes geworden und wurde noch im selben Jahr wiedererrichtet, Gott möge ihn zukünftig in seiner Hut halten.

Bei dieser Gelegenheit ließ Friedrich von Wirsberg auch die vorerwähnte Baulücke zwischen dem mittelalterlichen Palas und dem Randersackerer Turm mit zwei neuen Fensterachsen schließen. Ach ja, und man sollte auch erwähnen, daß der Fürstbischof selbst diesen Brand durch eine nicht richtig gelöschte Kerze verursacht hat. Das anschließende Großfeuer richtete großen Schaden an und zerstörte den Fürstenbau und anschließende Teile des Südflügels sowie die Hofbibliothek. Der Bischof begann selbst noch mit der Wiederherstellung der zerstörten Trakte. Dieser Fürstbischof ließ auch die drei Zobelsäulen für seinen Amtsvorgänger aufstellen, eine in der Zeller Straße am Ort des Mordanschlags, eine vor dem Neutor am Ort, wo er die Sterbesakramente empfing, und eine vor dem Schönborntor, wo er starb.

Das fürstbischöfliche Wappen ist geviert, Feld 1: "Fränkischer Rechen" = von Rot und Silber mit drei aufsteigenden Spitzen geteilt, Herzogtum zu Franken, Feld 2 und 3: Stammwappen der von Wirsberg, von Silber und rot im Zinnenschnitt geteilt, unten gemauert, Feld 4: "Rennfähnlein" = in Blau eine rot-silbern gevierte, an den beiden senkrechten Seiten je zweimal eingekerbte, schräggestellte Standarte mit goldenem Schaft, Hochstift Würzburg. Dazu werden drei Helme geführt; die drei Kleinode sind das der von Wirsberg (Mitte, spitzer roter Hut mit silbernem Aufschlag, oben mit einem von Silber und Rot schrägquadrierten Knopf und einem schwarzen Hahnenfederbusch (fehlt hier) besteckt), zwei im Spitzenschnitt rot-silbern geteilte Büffelhörner (gehören zum Fränkischen Rechen) sowie drei Straußenfedern zwischen zwei wie im Schild bez. Standarten (Hochstift Würzburg). Die Wirsberg-Helmdecken sind rot-silbern.

Das Geschlecht derer von Wirsberg ist seit 1231 belegt. Es handelt sich um ein Ministerialengeschlecht der Andechs-Meranier. Die Burg Wirsberg ist ca. um 1200 herum erbaut worden; sie wurde von Anfang an von der Familie verwaltet. Die Hauptsitze der Familie sind Wirsberg, Lanzendorf und Waldthurn, daneben noch Glashütten und Gunzendorf. Die Familie von Wirsberg fällt durch besonders viele geistliche Ämter auf: Domherren, Äbte und Äbtissinnen und ein Fürstbischof, regional Regensburg, Hof, Würzburg, Augsburg, Bamberg, Waldsassen, Eichstätt. Berühmte Familienmitglieder sind Friedrich von Wirsberg, Fürstbischof von Würzburg 1558-1573, Johannes von Wirsberg, Abt im Kloster Waldsassen 1363-1371, noch ein Johannes von Wirsberg, ebenfalls Abt, aber im Kloster Langheim 1366-1376, Albrecht Eitel von Wirsberg 1598 und Hans Adam von Wirsberg 1617 jeweils Ritterhauptmann im Kanton Gebirg.

Abb.: Wappenfundstelle Nr. 33

An den Seiten des aufwendigen Wappensteines sind insgesamt acht Schildchen einer Ahnenprobe angebracht. Sie ist in ungewöhnlicher Weise von unten her zu lesen. Dort sieht man heraldisch rechts erneut das Wappen der von Wirsberg (von Silber und Rot im Zinnenschnitt geteilt, unten gemauert), gegenüber das der von Biberehren (in Silber ein schwarzer Eselskopf, die Ohren innen rot). Die Eltern des Fürstbischofs waren Gottfried von Wirsberg und Margarethe von Bieberehren (Biberehren). In der zweiten Reihe von unten sieht man den Schild der von Redwitz (siebenmal blau-silbern geteilt, darüber schrägrechts ein roter Wellenbalken) rechts und einen leeren Schild links. Der Großvater väterlicherseits war Hans Adam von Wirsberg, seine Frau war Dorothea von Redwitz. Die Großeltern mütterlicherseits waren nach Biedermann Fritz von Bieberehren und Anna von Ehenheim (Enheim). In der dritten Reihe von unten sieht man rechts den Schild der von Finsterlohe (Vinsterlohe, rot-silbern mit einer rechten Stufe geteilt), links erneut einen leeren Schild. In der obersten Reihe sieht man rechts das Wappen der von Künsberg (in Blau eine eingebogene silberne Spitze), gegenüber wieder einen inhaltslosen Schild. Die acht Urgroßeltern des Fürstbischofs waren Curt von Wirsberg, Anna von Finsterlohe (Vinsterlohe), Heinrich von Redwitz, Margarethe von Künsberg, Burkard von Biberehren, Margarethe von Redwitz, Peter von Ehenheim und Anna von Gebsattel. Die leeren Schilde müßten also enthalten: zweite Reihe: von Ehenheim (in Schwarz ein silberner Balken), dritte Reihe: von Redwitz (s. o.), 4. Reihe: von Gebsattel (in Rot ein schwarz gehörnter silberner Bockskopf mit Hals).

 

Abb.: Wappenfundstelle Nr. 34

Ganz rechts am Ostflügel befindet sich eine Galerie in Form eines breiten Erkers im zweiten Obergeschoß. Das Material ist roter Sandstein, der Stil verweist in die Renaissance. Weil Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn gerne von seinen Gemächern im Fürstenbau in seine 1579 im Südflügel eingerichtete Bibliothek und zurück gehen wollte, ohne jedesmal Treppen in den Hof hinab- und wieder hinauf zu steigen, weil im Eck der Randersackerer Turm im Weg stand, ließ er diesen "Bypass" bauen, eine geschickte Umgehung des Turmes mit einem Gang hinter dem Erker. Jetzt konnte es draußen regnen, so viel es wollte - Julius Echter konnte bequem an seine Bücher, wann immer er wollte. Im mittleren Brüstungsfeld hat er seinen Wappenschild anbringen lassen (Wappenfundstelle Nr. 34).

Das Wappen ist geviert, Feld 1: "Fränkischer Rechen" = von Rot und Silber mit drei aufsteigenden Spitzen geteilt, Herzogtum zu Franken, Feld 2 und 3: in Blau ein silberner Schrägbalken, belegt mit drei blauen Ringen, Stammwappen der Echter von Mespelbrunn, Feld 4: "Rennfähnlein" = in Blau eine rot-silbern gevierte, an den beiden senkrechten Seiten je zweimal eingekerbte, schräggestellte Standarte mit goldenem Schaft, Hochstift Würzburg. Julius Echter war derjenige, der dem Kernschloß auf dem Marienberg die heutige Gestalt verlieh, wobei er sowohl die Erfordernisse militärischer Sicherheit als auch die fürstlicher Hofhaltung baulich umsetzte und so die alte Bischofsburg völlig umgestaltete.


Fürstbischof Lorenz von Bibra, Wappenfundstellen auf der Festung Marienberg
Folgende sieben Wappenfundstellen dieses Fürstbischofs sind im Festungsgrundriß markiert:


Fürstbischof Friedrich von Wirsberg, Wappenfundstellen auf der Festung Marienberg
Folgende drei Wappenfundstellen dieses Fürstbischofs sind im Festungsgrundriß markiert:


Hochschloß, Randersackerer Turm
Der Randersackerer Turm (Sonnenturm) bildet das Südostecke des Schlosses und das Eck zwischen Ostflügel und Südflügel. Sein Querschnitt ist trapezförmig mit dem stumpfen Winkel an der Südostecke. Das massive Mauerwerk unterbricht die Kommunikation zwischen den beiden Flügeln, deshalb ließ Julius Echter von Mespelbrunn den nach außen als breiter Erker wahrgenommenen Umgehungsgang in Höhe des zweiten Obergeschosses bauen. Wie die Wappen belegen, ist dieser Turm älter als alle anderen Türme des Schloß-Rechtecks und kommt vom Alter her gleich nach dem Bergfried. Der Turm entstand im Jahre 1308, und er war eine Sühneleistung aufständischer Bürger, die nach Niederschlagung des Aufruhrs dazu verdonnert worden waren, diesen Turm zu bauen. Der Turm ist mehrfach verändert worden, im 14., im 16. und im 17. Jh. Ihn begleitet ein achteckiger Treppenturm, der ab der Dachtraufe sichtbar wird und bis knapp unterhalb der Balustrade reicht und danach von einem Zeltdach abgeschlossen wird. Die jetzige Gestalt erhielt der Turm im wesentlichen unter Julius Echter von Mespelbrunn, der den oberen Abschluß mit einer durchbrochenen nachgotischen Balustradenbrüstung auf Kragsteinen, dem dahinter zurückspringenden obersten Geschoß und den Helm mit kugelförmiger Kuppel und schlanker Laterne in Auftrag gab. Die Laterne ist oben mit einer vergoldeten Sonne besteckt. In der Spätrenaissance wurde hofseitig ein einfaches Portal eingebaut. Zwei Fürstbischöfe hinterließen ihre heraldischen Spuren: Im Winkel zwischen dem Treppenturm und dem Erker ist an einer schräggestellten, nordwestlich ausgerichteten Fläche eine Wappenkombination für Fürstbischof Gerhard von Schwarzburg (reg. 1372-1400) angebracht (Wappenfundstelle Nr. 35). Zwischen zwei schlanken Fialen spannt ein Wimperg mit Krabben und oben abschließender Kreuzblume den in eine rechteckige Nische eingesenkten Rahmen für drei Schilde auf, heraldisch rechts der Fränkische Rechen, links das Rennfähnlein, beide in unpassend "modernisierter" Form restauriert, die Schilde zu niedrig, die Spitzenteilung zu hoch, das Fähnlein ohne die charakteristische Vierteilung und mit zu vielen Einschnitten, und in der Mitte das Vollwappen der Herren von Schwarzburg, in Blau ein goldener, rot gekrönter, hersehender Löwe, auf dem ungekröntem Helm mit blau-goldenen Decken ein wachsender goldener Löwenrumpf, aus dessen roter Krone ein naturfarbener Pfauenfederbusch hervorkommt.

 

Abb.: Wappenfundstelle Nr. 35

Die Burg auf dem Marienberg diente nicht nur der Sicherheit des Hochstifts insgesamt, sondern auch der Sicherheit des Fürstbischofs gegenüber seinen Untertanen und zeitweise auch gegenüber seinem eigenen Domkapitel. Dafür ist die Regierung von Gerhard von Schwarzburg (reg. 1372-1400) ein Beispiel. Im Sommer 1373 zog er in die Stadt Würzburg ein und verlangte die Aufhebung des neu konstituierten Rates, desgleichen die der Zünfte und die Aushändigung der Stadtschlüssel. Dieses Vorgehen war ein Bruch früherer Versprechungen. Rat und Zünfte, gleichermaßen brüskiert, verbündeten sich gegen den Bischof, und im Februar 1374 wurde der Bischof auf dem Marienberg von den Bürgern belagert; die Kämpfe dauerten mehrere Wochen. Am 20.3.1374 konnte ein Kompromiß ausgehandelt werden: Die Stadtbefestigungen und die Schlüssel zur Stadt sollten für drei Jahre von Treuhändern verwaltet werden, und der bischöfliche Rat und der neue Rat der Bürger sollten parallel existieren. Spätestens 1379 hatte Gerhard von Schwarzburg die Befestigungen und die Stadtschlüssel wieder unter seiner Kontrolle. Den nächsten Streit mit der Bürgerschaft gab es im Jahr 1397: Im fränkischen Städtekrieg, der sich über Fragen des Ausfuhrzolls entzündet hatte, gerieten die Bürger in Opposition zum Bischof, sie protestierten, er belegte sie mit dem Bann, und über diesen Mißbrauch geistlicher Macht zur Durchsetzung weltlicher Interessen brach in Würzburg der Aufstand los. Die Bürger nahmen drei Chorherren des Bischofs gefangen, und Gerhard von Schwarzburg rettete sich auf den Marienberg und wurde dort zwei Wochen lang belagert, bis sein Bruder Günther XXVII. von Schwarzburg ihm mit Bewaffneten zu Hilfe kam und ihn entsetzte.

Abb.: Wappenfundstelle Nr. 35

Auf der westwärts gerichteten Fläche des Turmes befindet sich ein Stück weiter oben der Wappenstein des Fürstbischofs Melchior Zobel von Giebelstadt (reg. 1544-1558). Auf dem restaurierten Stein (Wappenfundstelle Nr. 36) wird nicht ein Baujahr, sondern seine Regierungszeit angegeben, wobei eine solche Angabe unplausibel ist, denn wenn man den Stein anbringen läßt, kennt man ja noch nicht das Ende der Regierungszeit. Vermutlich war das ein Einfall der Restauratoren. Der Schild ist geviert, Feld 1: "Fränkischer Rechen" = von Rot und Silber mit drei aufsteigenden Spitzen geteilt, Herzogtum zu Franken, Feld 2 und 3: in Silber ein roter Pferdekopf mit schwarzem Zaumzeug und Zügeln, Zobel von Giebelstadt, Feld 4: "Rennfähnlein" = in Blau eine rot-silbern gevierte schräggestellte Standarte mit goldenem Schaft, Hochstift Würzburg.

Abb.: Wappenfundstelle Nr. 36

Melchior Zobel von Giebelstadt, der erst 1522 Domherr geworden war, gehörte 1525 während des Bauernkrieges zu den Verteidigern der Festung Marienberg. In seine Regierungszeit fiel der Markgräflerkrieg, der auch Würzburg bedrohte und den Bischof zwang, seit Ende 1551 aufzurüsten. Am 27.2.1552 war die Lage so bedrohlich, daß er das Domkapitel aufforderte, dafür zu sorgen, daß alle Pfarrer die Kirchenkleinodien auf die Burg in Sicherheit bringen. Die Umstände seines Todes am 15.4.1558 wird im Kapitel zu den Zobelsäulen beschrieben, durch die sein Schicksal auf Aufstieg zur Festung gegenwärtig ist.


Fürstbischof Gerhard von Schwarzburg, Wappenfundstellen auf der Festung Marienberg
Folgende zwei Wappenfundstellen dieses Fürstbischofs sind im Festungsgrundriß markiert:


Fürstbischof Melchior Zobel von Giebelstadt, Wappenfundstellen auf der Festung Marienberg
Folgende vier Wappenfundstellen dieses Fürstbischofs sind im Festungsgrundriß markiert:


Hochschloß, Küchenturm
Der Küchenturm ist dem Südflügel außen halbrund vorgebaut an dessen östlichem Ende. Er steht im Eck zwischen dem Randersackerer Turm und der Orangerie. Schon Fürstbischof Rudolf von Scherenberg (reg. 1466-1495) hatte hier ein dickes Rondell vorgesehen, um schweres Geschütz darauf aufstellen zu können. Julius Echter war wenig überzeugt von der fortifikatorischen Bedeutung, stockte ihn auf und führte ihn als Schloßturm hoch bis zur Traufe des Bibliotheksbaus. Oben wird der Turm von einer geschweiften und verschieferten Haube bedeckt. Beide Obergeschosse sind Teil der Bischofswohnung (Winterwohnung). Das Erdgeschoß wurde dem Küchenbereich angegliedert, daher der Name. Heute gehört das Erdgeschoß zur Burggastwirtschaft, und die beiden Obergeschosse gehören zum Fürstenbaumuseum.


Hochschloß, Marienturm
Der fünfgeschossige Marienturm bildet das Nordosteck des Schlosses. Im Gegensatz zum Randersackerer Turm, der mit seiner Außenmauer in der Fassadenflucht liegt, springt der Marienturm deutlich nach außen vor, weil er vor den Wohntrakt gesetzt wurde. Das liegt daran, daß im ersten Fall der Turm älter ist als der Flügel, während es beim Marienturm umgekehrt ist, denn er wurde erst kurz nach 1600 unter Fürstbischof Julius Echter errichtet. Die zahlreicheren und größeren Fenster zeigen, daß er nicht als Wehrturm gedacht war, sondern als Teil des Wohnschlosses, und der Hauptgrund für seine Errichtung war die symmetrische Silhouette des Schlosses, das aus ästhetischen Gründen hier nach Ergänzung rief. Der Turm besitzt genau wie sein südliches Pendant eine Plattform mit durchbrochener Maßwerkbrüstung in nachgotischem Stil. Anders ist die Gestaltung des Unterbaus mit quadratischem Querschnitt mit bossierter Kantenquaderung, der frühbarocke Stil der Fenster mit geradem Sturz und der achteckige Querschnitt des obersten Geschosses auf der Plattform. Dessen Zeltdach wird von einer vergoldeten Marienfigur bekrönt, daher der Name.


Hochschloß, Westflügel
Der Westflügel besteht aus dem Alten Zeughaus. Mit diesem Namen wird es von dem Neuen Zeughaus unterschieden, aber an dieser Stelle gab es einen Vorgängerbau, sozusagen ein noch älteres Zeughaus, das Fürstbischof Rudolf von Scherenberg (regierte 1466-1495) 1480 hatte errichten lassen. Und auch das war ein Neubau, wo früher andere Bauten standen, denn hier fand man im Keller in cum grano salis quadratisches Fundament, das vielleicht von einem Eckturm der mittelalterlichen Burg stammt. Jedenfalls gibt es hoch über dem mittleren der drei Tore, etwas tiefer als die Fenster des zweiten Obergeschosses angebracht, einen Wappenstein von Rudolf von Scherenberg an der Hoffassade mit stark abgekürzter und zusammengezogener Bauinschrift im unteren Teil, in gotischen Minuskeln: "Revere(n)d(issimus) in Chr(ist)o pat(er) / d(omi)n(u)s Rudolffus De / Scherenberg Ep(iscop)us / herb(ipole)n(sis) fra(n)ci(a)eq(ue) Orient/alis dux ha(n)c domu(m) fe(ci)t / (con)strui an(n)o (et)c(etera) Mcccclxxx" (Lesung nach Deutsche Inschriften Band 27) - der hochverehrte Vater in Christo, Herr Rudolf von Scherenberg, Bischof von Würzburg und Herzog in Ostfranken, hat dieses Haus im Jahre 1480 erbauen lassen (Wappenfundstelle Nr. 37). Die Platte mißt 140 cm in der Höhe und 80 cm in der Breite.

Abb.: Westflügel, Wappenfundstelle 37 rechts, Wappenfundstelle 40 links

Der Schild ist geviert, Feld 1: "Fränkischer Rechen" = von Rot und Silber mit drei aufsteigenden Spitzen geteilt, Herzogtum zu Franken, Feld 2 und 3: Stammwappen der von Scherenberg, in Gold eine rote nach oben geöffnete Schere, Feld 4: "Rennfähnlein" = in Blau eine rot-silbern gevierte, an den beiden senkrechten Seiten je zweimal eingekerbte, schräggestellte Standarte mit goldenem Schaft, Hochstift Würzburg. Hier wird kein Oberwappen verwendet. Aus dieser Zeit stammt noch eine kleine spätgotische Tür mit Vorhangbogen und Stabwerkrahmung.

 

Abb.: Westflügel, Wappenfundstelle 37

Ein weiteres Wappen dieses Fürstbischofs ist auf der nur mit wenigen, schlichten Fenstern versehenen Außenseite (Westseite) des Alten Zeughauses angebracht (Wappenfundstelle Nr. 38), der einzige Bauschmuck der Außenseite des Westflügels, zumindest an seiner Längsseite. Denn die südwärts gerichtete Schmalseite besitzt einen schönen geschweiften Giebel im Stil der Renaissance, der aber 1865 erneuert worden ist.

Abb.: Wappenfundstelle Nr. 38, zwischen den Fenstern des Obergeschosses

Dieser Wappenstein hatte einmal eine 4er-Ahnenprobe, von der die beiden unteren Schilde vollständig zerstört sind. Erkennen kann man noch die beiden oberen Schilde, heraldisch rechts eine Wiederholung von Scherenberg, gegenüber von Maßbach, gespalten von Silber und Rot mit einer durchgehenden Spitze in verwechselten Farben. Die Eltern des Fürstbischofs waren Erhard von Scherenberg (-1440) und Anna von Maßbach. Unten wären die Schilde von Egloffstein und von Schaumberg zu ergänzen, denn die Großeltern des Fürstbischofs waren Konrad von Scherenberg, Petronella von Egloffstein, Richard von Maßbach und Anna von Schaumberg.

Abb.: Wappenfundstelle Nr. 38, eine einst vorhandene 4er-Ahnenprobe ist größtenteils zerstört.

Insgesamt hat das Alte Zeughaus drei Einfahrtstore, und über dem rechten gibt es einen Schlußstein mit dem Wappen des Fürstbischofs Lorenz von Bibra (reg. 1495-1519). Der stark in Mitleidenschaft gezogene Schild (Wappenfundstelle Nr. 39) ist geviert, Feld 1: "Fränkischer Rechen" = von Rot und Silber mit drei aufsteigenden Spitzen geteilt, Herzogtum zu Franken, Feld 2 und 3: Stammwappen der von Bibra, in Gold ein steigender schwarzer Biber mit geschupptem Schwanz, Feld 4: "Rennfähnlein" = in Blau eine rot-silbern gevierte, an den beiden senkrechten Seiten je zweimal eingekerbte, schräggestellte Standarte mit goldenem Schaft, Hochstift Würzburg, wobei dieses Feld durch Beschädigung und unsachgemäßes Nacharbeiten nicht mehr zu erkennen ist. Nicht mehr nachzuvollziehen ist heute, daß dieser Stein früher mit der Jahreszahl 1514 assoziiert war. Die beiden anderen großen Tore tragen auf ihren Schlußsteinen keine Wappen.

Abb.: Wappenfundstelle Nr. 39

Einen kompletten Neubau des Alten Zeughauses gab es während der Amtszeit von Julius Echter von Mespelbrunn (reg. 1573-1617), quasi ein ab 1575 errichteter, größerer und dreistöckiger Neubau, in den nur wenige brauchbare alte Elemente integriert wurden, wovon die beiden vorgenannten Wappensteine älteren Datums zeugen. Unter Julius Echter entstand der dreigeschossige Zweckbau zur Lagerung von Geschützen, Kugeln, Pulver, Musketen, Harnische, Helme, Hellebarden, Schanzmaterial, Feuerlöscheimer etc., von allem, was man im Belagerungszustand zur Verteidigung brauchte. Links oben an der Hofseite ist ein prächtiger, aber stellenweise stark verwitterter Wappenstein (Wappenfundstelle Nr. 40) des Fürstbischofs angebracht, dessen kaum noch zu erkennende Bauinschrift zwischen zwei Voluten im oberen Aufsatz nach der Literatur lautet: "Di(e)s Haus war alt / Ist worden neu / Dazu viel größeres ge/bäu Solches .../ ....Julius gethan annoch /  Bewährt die Kriegsmontei". Dann geht es in der Sockelzone lateinisch und besser lesbar weiter: "HAS PROPE COLLAPSAS REPARAVIT IVLIVS AEDES / ET TOTVM HAVD PARVIS SVMPTIB(VS) AVXIT OPVS / HINC EA PROMVNTVR BELLI QVAE POSTVLAT VSVS / SI FERVS IN FRANCOS IRRVAT HOSTIS AGROS" - Julius hat dieses fast verfallene Gebäude wiederhergestellt und mit nicht geringen Mitteln das Werk gefördert. Was zur Kriegsführung notwendig ist, wird hier aufbewahrt, für den Fall, daß der wilde Feind in fränkische Gefilde einfällt.

 

Abb.: Wappenfundstelle Nr. 40

Das Wappen von Julius Echter von Mespelbrunn ist geviert, Feld 1: "Fränkischer Rechen" = von Rot und Silber mit drei aufsteigenden Spitzen geteilt, Herzogtum zu Franken, Feld 2 und 3: in Blau ein silberner Schrägbalken, belegt mit drei blauen Ringen, Stammwappen der Echter von Mespelbrunn, Feld 4: "Rennfähnlein" = in Blau eine rot-silbern gevierte, an den beiden senkrechten Seiten je zweimal eingekerbte, schräggestellte Standarte mit goldenem Schaft, Hochstift Würzburg. Zum Wappen gehören drei Helme: Helm 1 (Mitte): zu blau-silbernen Decken ein Paar blauer Büffelhörner, jeweils belegt mit einem silbernen Schrägbalken, der wiederum mit drei blauen Ringen belegt ist, Stammkleinod der Echter von Mespelbrunn, Helm 2 (rechts): zu rot-silbernen Decken ein Paar Büffelhörner, jeweils im Spitzenschnitt rot-silbern geteilt, Herzogtum zu Franken, Helm 3 (links): zu rot-silbernen Decken drei Straußenfedern in den Farben Silber, Rot und Blau zwischen zwei rot-silbern gevierten Standarten mit goldenem Schaft, Hochstift Würzburg. Drei der Endstücke der Büffelhörner sind abgebrochen.

Abb.: Wappenfundstelle Nr. 40

Das Wappen wird gerahmt von zwei Pilastern mit ionischen Kapitellen, auf denen eine 8er-Ahnenprobe mit acht Wappenschilden befestigt ist. Zeilenweise sehen wir von links nach rechts und von oben nach unten die Wappenschilde der Familien Echter von Mespelbrunn (in Blau ein silberner Schrägbalken, belegt mit drei blauen Ringen), von Adelsheim (in Silber ein silbern-schwarz geteiltes, gewundenes Widderhorn (Steinbockshorn)), von Habern (zerstört, in Blau zwei aufrechte, voneinander abgekehrte, silberne, goldengestielte Äxte), Rüdt von Collenberg (in Rot Kopf und Hals eines silbernen Rüden mit Stachelhalsband), Frauenberg zum Hag (zerstört, in Rot ein springendes silbernes Roß mit Zaumzeug und Zügeln), Horneck von Hornberg (in Gold über einem roten Dreiberg im Schildfuß ein rotes Hifthorn mit silbernen Beschlägen), von Thüngen (zerstört, in Silber ein goldener Balken, darin drei nach rechts ausgebogene rote Pfähle) und von Schrotzberg (in Silber über einem roten Sparren eine quergelegte rote Schafschurschere). Das entspricht den acht Urgroßeltern des Fürstbischofs, Peter Echter von Mespelbrunn (-1511), Margaretha von Thüngen, Johann von Habern, Maria (n. Biedermann) bzw. Gertraud (n. Salver) von Fraunberg, Wendel von Adelsheim (-1518), Amalia von Schrotzberg (-1503), Thomas Rüdt von Collenberg und Margaretha Horneckin von Hornberg. Besser sind die acht Wappen dieser Ahnenprobe am Epitaph des Fürstbischofs im Kiliansdom zu sehen.

 

Abb.: Wappenfundstelle 41

Das Alte Zeughaus besitzt eine Tür und drei Einfahrtstore. Das Äußere ist wenig durchfenstert, weil hier keine Wohnräume lagen. An der nördlichen Schmalseite, dort, wo der Weg vom Scherenbergtor in den Innenhof vorbeiführt, ist ein Treppenturm mit achteckigem Querschnitt angebaut. Er bedient aber nicht die ganze Höhe des dreistöckigen Gebäudes, sondern führt nur ins erste Obergeschoß. Deshalb ist davon auszugehen, daß dieser Turm noch vom Vorgängerbau stammte, der nur ein einziges Obergeschoß besaß. Dennoch wurde auch dieser Turm unter Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn umgebaut und mit einem Renaissance-Portal versehen. Das Portal ist ähnlich wie das schräg gegenüber am Nordflügel gebaut, nur mit einem gesprengten Dreiecksgiebel, und das Wappen (Wappenfundstelle 41) ist auch hier, nur als Schild, dem Sockel in der Mitte des Sprenggiebels aufgelegt, der oben mit einem kurzen Obelisken abschließt. Darüber ist schon das erste schräggeschnittene Fenster der Wendeltreppe im Inneren zu sehen. Die beiden Zwickel des Portals tragen Beschlagwerk.

Abb.: Zusammenstoß von Westflügel und Nordflügel, im Hintergrund der Kiliansturm.

Abb.: Zusammenstoß von Westflügel und Nordflügel, im Hintergrund der Kiliansturm.


Hochschloß, Nordflügel
Der Nordflügel, dessen Außenseite wegen des Ausblicks auf das Schottenkloster St. Jakob auch "Schottenflanke" genannt wird, ist insgesamt rund 120 m lang und viergeschossig. Hier lag die ganze fürstliche Verwaltung mit den Ämtern, der Kanzlei und der Kammer, deshalb trägt der Flügel auch den Namen Kammerbau. Weiterhin lagen hier Gäste-Appartements und Wohnräume für Beamte. Von den vier Geschossen sind nur die oberen drei für die genannte Nutzung vorgesehen, das Erdgeschoß ist niedrig und nur gering durchfenstert.

Hier gibt es hofseitig nur vier rundbogige Eingänge, der rechte etwas größer, und hier waren erst Lagerräume, später Pferdeställe, wofür steinerne Futterkrippen eingebaut wurden. Weiter links am Bau befindet sich ein etwas "besseres" Portal, repräsentativ gestaltet mit kannelierten Säulenstellungen auf hohen Postamenten mit Beschlagwerk beiderseits des Rundbogens, jeweils vor einer schlanken Muschelnische. In den Zwickeln sieht man beiderseits des Schlußsteines geflügelte Engelsköpfe. Alle vier hofseitigen Portale sind ohne Wappenschmuck. Zwischen den beiden rechten Portalen ist eine rechteckige Tränke für Pferde vorgebaut.

 

Abb.: Wappenfundstelle Nr. 42

Im westlichen Teil des Nordflügels ist ein achteckiger Treppenturm angebaut, der zusammen mit demjenigen an der nördlichen Schmalseite des Alten Zeughauses ein malerisches Paar beiderseits des Zuweges in den Innenhof bildet. Im gesprengten Giebel mit schneckenförmig eingerollten Seiten ist eine ovale Wappenkartusche mit dem Wappen von Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn einem symmetrischen Schild in Renaissance-Formen aufgelegt (Wappenfundstelle Nr. 42). Das Portal selbst wird von zwei kannelierten Säulen mit ionischen Kapitellen auf hohen Postamenten mit Beschlagwerk flankiert. Das kleine Gesims am Ansatz des Portalbogens halbiert optisch die Säulen. Die Bogenzwickel sind mit ornamentalem Beschlagwerk ausgefüllt. Auf dem wappengeschmückten Sockel in der Mitte des Sprenggiebels schließt ein kleiner Obelisk das Portal nach oben ab, der bis zum ersten trapezförmig schräg geschnittenen Treppenfenster reicht.

 

Abb.: Wappenfundstelle Nr. 43

Ein zweites, undatiertes Wappen dieses Fürstbischofs ist am Kammerflügel in die Wand eingelassen, noch westlich der Kirche und dreieinhalb Fensterachsen von deren Ansatz entfernt, etwa am rechten Ende der Tränke (Wappenfundstelle Nr. 43). Das Relief der quadratischen Tafel ist als Vollwappen ausgebildet mit allen drei Helmen wie an anderer Stelle beschrieben und mit schräggekreuztem Krummstab und Schwert hinter dem Wappen.

Im östlichsten Teil des Nordflügels, jenseits der Marienkirche, ist ein weiterer Turm angebaut, der Turm der Echterwendeltreppe, im unteren Teil polygonal, im oberen Teil rund. An diesen Turm schließt sich in Höhe des zweiten Obergeschosses eine auf zwei hohen Blendbögen ruhende Galerie an, die im Eck abknickt und in die Terrasse auf dem Verbindungsbau zum Bibra-Turm (siehe Abschnitt zum Ostflügel) überleitet. Diese Zubauten entstanden nach dem Brand von 1600. Der Echter-Treppenturm stößt bereits an den Chor der Marienkirche. Den Turm an sich gab es schon vor dem Brand, er wurde nur danach umgebaut. Von ihm aus erreichte man die Zimmer und Säle im Nordostbereich des Schlosses und seit dem Umbau auch den Kapitelsaal über dem Chor der Marienkirche (siehe Abschnitt zur Kirche). Ein rechteckiges Portal in kräftiger Rustika-Architektur trägt im quadratischen, seitlich von Schweifwerk flankierten Aufsatz ein auf das Jahr 1607 datiertes Wappen von Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn (Wappenfundstelle Nr. 44). Mit Sicherheit befand sich in der rechteckigen Freifläche unter dem Wappen einmal eine Inschrift, doch davon hat sich nichts erhalten. Das fürstbischöfliche Wappen ist als Vollwappen ausgebildet mit allen drei Helmen wie an anderer Stelle beschrieben, aber ohne Krummstab und Schwert hinter dem Wappen.

 

Abb.: Wappenfundstelle Nr. 44

Abb.: Wappenfundstelle Nr. 44

Das eingetiefte Zentralfeld mit dem Wappenrelief wird von zwei Pilastern flankiert, die in die Mitte die in zwei Ziffernpaare aufgeteilte Jahreszahl auf phantasievoll geformten Schilden tragen und oben und unten je zwei Schilde einer Vierer-Ahnenprobe. Wir sehen heraldisch rechts die Wappenschilde der Familien Echter von Mespelbrunn (oben, in Blau ein silberner Schrägbalken, belegt mit drei blauen Ringen) und von Habern (unten, in Blau zwei aufrechte, voneinander abgekehrte, silberne, goldengestielte Äxte), gegenüber die der Familien von Adelsheim (oben, in Silber ein silbern-schwarz geteiltes, gewundenes Widderhorn (Steinbockshorn)) und Rüdt von Collenberg (unten, in Rot Kopf und Hals eines silbernen Rüden mit Stachelhalsband). Das entspricht den vier Großeltern des Fürstbischofs, väterlicherseits Philipp Echter von Mespelbrunn (-28.8.1535) und Cordula von Habern (1487-23.2.1523) sowie mütterlicherseits Johann (Hans) von Adelsheim (1487-1551) und Margarethe (Margaretha) Rüdt von Collenberg (-1560). Über der Wappenzone befindet sich eine langgezogene Kartusche, die vermutlich auch einmal eine Inschrift getragen hat.

Abb.: Wappenfundstelle Nr. 44

Der komplette Nordflügel entstand nach dem Brand von 1600 unter Julius Echter. Mit dem Bau hat er den Nürnberger Baumeister Jacob Wolff d. Ä. beauftragt. Die Fenster tragen einen geraden Sturz und einen flachen Dreiecksgiebel darüber. Früher war die Dachlandschaft ansehnlicher, denn dieser Bau trug gemäß alten Darstellungen zum Hof hin sechs große Zwerchhäuser. Auf der Außenseite waren es sogar acht Zwerchhäuser zwischen Marienturm und Kiliansturm. Der gesamte Nordflügel sah also zu Zeiten von Julius Echter viel repräsentativer, lebhafter und schloßartiger aus als heute. Das wurde nämlich alles beim Wiederaufbau gestrichen, so daß das heutige Dach im Vergleich zum historischen Zustand einer lebhafteren Dachzonengestaltung einfach nur lang und monoton wirkt. Seit 1976 befindet sich im Nordflügel das Staatsarchiv Würzburg.


Hochschloß, Kiliansturm
Der quadratische Kiliansturm bildet die Nordwestecke des Schlosses. Hier stand bereits seit dem späten 15. Jh. ein Wehrturm der Scherenbergmauer. Julius Echter von Mespelbrunn ließ an seiner Stelle nach 1600 den sechsgeschossigen Schloßturm erbauen. Jedes der durch schmale Gesimse gegeneinander abgesetzten Geschosse hat auf jeder freien Seite ein einzelnes Doppelfenster mit einem flach reliefierten Dreiecksgiebel, von dem Typ, der am ganzen Nordflügel Verwendung fand. Eine Plattform mit nachgotischer Maßwerkbrüstung schließt den Turm oben ab, dann kommt noch ein achteckiges Geschoß mit Zwiebelhaube und Laterne. Ganz oben ist an der Spitze eine vergoldete Kiliansfigur angebracht. Die beiden Türme an der Nordwest- und an der Nordostecke waren 1607 vollendet und bilden den Abschluß des Umbaus des Hochschlosses.

 

Hochschloß, Südflügel
Der dreigeschossige Südflügel, der sich aus Bibliotheksbau und Hofstubenbau zusammensetzt, erhielt sein Aussehen unter Julius Echter von Mespelbrunn, enthält aber noch ältere Bauelemente aus der Zeit von Fürstbischof Rudolf von Scherenberg (reg. 1466-1495) und Lorenz von Bibra (reg. 1495-1519). Die Baunaht zwischen Bibliotheksbau und Hofstubenbau liegt rechts des Museumseingangs. Dieser ist noch dem Bibliotheksbau zuzurechnen, denn dahinter führt die Treppe in die Obergeschosse desselben. Das rechts daneben liegende nachgotische Spitzbogenportal ist bereits dem Hofstubenbau zuzurechnen. Beide Hälften des Südflügels lassen sich auch anhand der Fassadengliederung unterscheiden: Das Erdgeschoß des Bibliotheksbaus im Osten besitzt mehrere Rundbogenportale und einfache Rechteckfenster, die beiden Obergeschosse rechteckige Doppelfenster. Auffällig ist die Anbringung horizontaler Verdachungen über den Fenstern des Erdgeschosses und des ersten Obergeschosses sowie von Gesimsstücken in Brüstungshöhe des zweiten Obergeschosses, die sich in den Obergeschossen über längere Strecken beinahe zu durchgehenden Linien addieren. Hier wird das Streben der Renaissance nach horizontaler Gliederung deutlich, das ist die Vorstufe zu durchgehenden Horizontalgesimsen. Das Erdgeschoß des Hofstubenbaus besitzt im Erdgeschoß hingegen dreiteilige Fenster, in den Obergeschossen aber nur einteilige Fenster. Auch auf der talseitigen Außenseite ist die Nahtstelle zwischen beiden Teilen gut zu erkennen: der Aborterker in der Fassadenmitte gehört noch zum Hofstubenbau.

Julius Echter von Mespelbrunn baute diesen Bibliotheks-Flügel ab 1579, um hier seine Bibliothek und seine Winterwohnung einzurichten. Der Flügel erlitt 1945 starke Kriegszerstörungen und wurde danach weitgehend wiederaufgebaut. Die Burggaststätte zog nach der Wiederöffnung 1962 im Erdgeschoß ein. Die beiden oberen Geschosse gehören seit 1990 zum Fürstenbaumuseum.

Der Hofstubenbau trägt seinen Namen nach der Hofstube. einem 30 m langen und 12 m breiten Raum von 7 m Höhe, der als großer Saal für alles diente, was auf dem Schloß arbeitete und Dienst tat, für die Dienstmannschaft und für das Gesinde, also für alle Personen, die nicht der Hofgesellschaft angehörten. Dazu gab es hier Wirtschaftsräume, eine Roßmühle etc. Julius Echter ließ wenig an diesem Bau verändern. Als die Festungsbauten im 19. Jh. als Kaserne genutzt wurden, brach man den Hofstubenbau ab. Der Trakt wurde 1865 weitestgehend in vereinfachter Form und ohne den monumentalen Saal erneuert und beherbergt seit 1982 ein Tagungszentrum der Stadt Würzburg. Bei diesem Neubau glich man die Bauhöhe an den des Bibliotheksbaus an. Auch dieser Trakt wurde 1945 kriegszerstört und wiederaufgebaut.

Abb.: Wappenfundstelle Nr. 45

Der genannte Fürstbischof Rudolf von Scherenberg (reg. 1466-1495) ist an diesem Trakt mit einem Wappen vertreten (Wappenfundstelle Nr. 45). Es ist zwischen den Fenstern des zweiten Obergeschosses im rechten Teil (Hofstubenbau), noch links vom Vorbau, über dem Rundbogenportal zum Tagungszentrum angebracht. Dieses Wappen sitzt nicht mehr an der originalen Stelle, denn der Vorgängerbau vor den Umbauten durch Julius Echter war nur zwei geschossig; der Wappenstein sitzt also höher als die Fassade früher hoch war. Das heißt, daß dieser Wappenstein beim Um- bzw. Neubau zur Erinnerung aufgehoben und wieder eingesetzt wurde, aber an höherer Stelle als vorher. Der Wappenstein stammt von 1477; die Inschrift ist nur zur Hälfte überliefert: "Der hochwirdig firste her(r)e Rudolff / des geslechts vo(n) Scher(e)nberg Bischo/ve zu wirczp(ur)g und hertzog zu fra(n)cke(n)" - das muß wohl früher sinngemäß so weitergegangen sein: "hat diesen bawe vollbracht anno MCCCCLXXVII" oder ähnlich. In Deutsche Inschriften Band 27 ist der Wortlaut wie folgt nach Loefen angegeben: "Der hochw(ur)dig furste h(er)re Rudolff / des geslechts vo(n) schernb(er)g Bischo/ue zu wirczp(ur)g vn(d) h(e)rtzog zu fra(n)cke(n) [hat diesen bawe vollbracht / a(nn)o etc(etera) lxxvii]". Die Platte mißt 150 cm in der Höhe und 100 cm in der Breite.

 

Abb.: Wappenfundstelle Nr. 45

Der Schild ist geviert: Feld 1: "Fränkischer Rechen" = von Rot und Silber mit drei aufsteigenden Spitzen geteilt, Herzogtum zu Franken, Feld 2 und 3: in Gold eine rote nach oben geöffnete Schere, von Scherenberg, Feld 4: "Rennfähnlein" = in Blau eine rot-silbern gevierte schräggestellte Standarte mit goldenem Schaft, Hochstift Würzburg. Als Helmzier wird eine Kombination benutzt, wo alle drei Helmzieren zu einer verarbeitet wurden, auf dem gekrönten Helm mit rot-silbernen/rot-goldenen Decken ein wachsender rotgekrönter und rotgezungter silberner Löwenrumpf (Stammkleinod der von Scherenberg) zwischen einem Paar Büffelhörner, jeweils im Spitzenschnitt rot-silbern geteilt (Herzogtum zu Franken), zwei rot-silbern gevierte Standarten mit goldenem Schaft (Hochstift Würzburg) in die Mundlöcher der Büffelhörner gesteckt, zwischen den Büffelhörnern drei Straußenfedern in den Farben Silber, Rot und Blau (Hochstift Würzburg). Die frühen Würzburger Bischöfe tendierten dazu, nur einen Helm zu führen, und alle Motive der Helmzier so weit wie möglich zu vereinigen.

Abb.: Wappenfundstelle Nr. 46

Ein zweites Wappen dieses Fürstbischofs finden wir am Portalbogen des Vorbaus (Wappenfundstelle Nr. 46). Dieser spitzgiebelige, aus der Fassade nach Norden vorspringende Vorbau wurde über einem alten Kellerhals errichtet. Wir sehen nur den undatierten Schild ohne Oberwappen.

Einen Wappenstein des Fürstbischofs Lorenz von Bibra (reg. 1495-1519) mit seinem gevierten Schild finden wir ganz links (östlich) am Hofstubenbau nahe der Nahtstelle zwischen beiden Gebäuden, zwischen den Fenstern der zweiten und dritten Fensterachse von der Nahtstelle nach rechts (Westen) gerechnet (Wappenfundstelle Nr. 47, ohne Abb.). Für diesen Wappenstein gilt das oben Gesagte, daß er beim Neubau wieder in die neue Fassade an höherer Stelle eingesetzt wurde, weil der alte Bau nur zweigeschossig war. Über diesem Wappenstein ist ein Stein mit der bei der Restaurierung mißverständlich kopierten Jahreszahl 1503 angebracht. Der Schild ist geviert, Feld 1: "Fränkischer Rechen" = von Rot und Silber mit drei aufsteigenden Spitzen geteilt, Herzogtum zu Franken, Feld 2 und 3: Stammwappen der von Bibra, in Gold ein steigender schwarzer Biber mit geschupptem Schwanz, Feld 4: "Rennfähnlein" = in Blau eine rot-silbern gevierte, an den beiden senkrechten Seiten je zweimal eingekerbte, schräggestellte Standarte mit goldenem Schaft, Hochstift Würzburg.

 

Abb.: Wappenfundstelle Nr. 48

Das größte und schönste Prunkwappen aber gehört zum Vollender des Südflügels, Julius Echter von Mespelbrunn (reg. 1573-1617); es ist zwischen den Fenstern des ersten und zweiten Obergeschosses etwa über dem Rundbogeneingang zur Burggaststätte angebracht (Wappenfundstelle Nr. 48). Die Inschrift lautet: "HAC AD HYBERNANDVM ET BIBLI/OTHECAM CONSTRVENDVM STA/TIONE ARCEM AMPLIFICAVIT IVLIVS / EPISCOPVS FRVANTVR POSTERI / ET MEMORIAM ILLIVS COLANT / MDXXXCVIIII" - Bischof Julius bereicherte die Burg durch dieses zum Verbringen des Winters und für die Bibliothek errichtete Quartier. Die Nachfahren mögen sich daran erfreuen und das Andenken (des Erbauers) pflegen, 1579. Das Wappen wurde beim Wiederaufbau komplett erneuert. Die Hauptzone mit dem Wappen wird flankiert von zwei trapezförmigen Pilastern mit ionischem Kapitell, geschmückt mit langgezogenen Löwenmasken hoher Plastizität, aus deren maul Fruchtgebinde herabhängen. Die Inschriftenzone wird flankiert von zwei gleichermaßen mit ionischen Abschlüssen versehenen und unten eingerollten Konsolen mit antikisierenden Frauenmasken. In der untersten Zone ist in der Mitte ein oberhalber geflügelter Putto zu sehen, der in den erhobenen und ausgebreiteten Armen die Schleifen zweier Fruchtgebinde hält. Oben wird der Wappenstein durch ein kräftiges Horizontalgebälk abgeschlossen.

Abb.: Wappenfundstelle Nr. 48

Das Wappen ist geviert, Feld 1: "Fränkischer Rechen" = von Rot und Silber mit drei aufsteigenden Spitzen geteilt, Herzogtum zu Franken, Feld 2 und 3: in Blau ein silberner Schrägbalken, belegt mit drei blauen Ringen, Stammwappen der Echter von Mespelbrunn, Feld 4: "Rennfähnlein" = in Blau eine rot-silbern gevierte, an den beiden senkrechten Seiten je zweimal eingekerbte, schräggestellte Standarte mit goldenem Schaft, Hochstift Würzburg. Zum Wappen werden drei Helme geführt: Helm 1 (Mitte): zu blau-silbernen Decken ein Paar blauer Büffelhörner, jeweils einwärts belegt mit einem silbernen Schrägbalken, der wiederum mit drei blauen Ringen belegt ist, Stammkleinod der Echter von Mespelbrunn, Helm 2 (rechts): zu rot-silbernen Decken ein Paar Büffelhörner, jeweils im Spitzenschnitt rot-silbern geteilt, Herzogtum zu Franken, Helm 3 (links): zu rot-silbernen Decken drei Straußenfedern in den Farben Silber, Rot und Blau zwischen zwei rot-silbern gevierten Standarten mit goldenem Schaft, Hochstift Würzburg. Hinter den Helmdecken ragt rechts das gestürzte Schwert für die weltliche Macht als Landesherr und Fürst, links der Krummstab für die geistliche Macht als Bischof hervor.

Abb.: Wappenfundstelle Nr. 48

Dazu finden wir über den Portalen mehrere Wappenschilde für Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn, eines über dem Eingang zum Tagungszentrum (Wappenfundstelle Nr. 49) im Hofstubenbau links vom Vorbau, eines am Bibliotheksbau am rechteckig gerahmten Rundbogenportal mit Akanthusblättern in den Zwickeln, das zur Echtertreppe führt und heute als Museumseingang dient (Wappenfundstelle Nr. 50), eines gleich links daneben an dem großen, reich profilierten Rundbogen, einem ehemaligen Kellertor (Wappenfundstelle Nr. 51), und ein weiteres an dem wiederum rechteckig gerahmten Rundbogeneingang zur Burggaststätte im Bibliotheksbau, der früher in die Schloßküche führte (Wappenfundstelle Nr. 52). Alle diese genannten Portalbögen tragen den gevierten Wappenschild wie beschrieben ohne Oberwappen und ohne Amtsinsignien. Der kleine Rundbogeneingang am Bibliotheksbau ganz links im Eck zum Ostflügel, der früher zur Silberstube führte, trägt hingegen keinen Wappenstein. Der gesamte Bauschmuck des Südflügels ist zart und im Stil der Frührenaissance; er unterscheidet sich deutlich vom Bauschmuck der Umbauten nach 1600, wo bereits frühbarocke Formensprache sichtbar wird.

Abb.: Wappenfundstelle Nr. 49

Abb.: Wappenfundstelle Nr. 50

Abb.: Wappenfundstelle Nr. 51

Abb.: Wappenfundstelle Nr. 52


Echterhof, Echtertor und Echterbastion
Vor der Westseite des Hochschlosses liegt, durch den tiefen Graben der Scherenbergmauer von dieser getrennt, eine Vorburg, die auf den drei Feindseiten mit Gebäuden bebaut ist und zum Hochschloß hin offen ist. Dieser Hof wird Echterhof genannt, weil dieser Fürstbischof die Vorburg anstelle einiger dort früher vorhandener provisorischer Bauten anlegte. Hier war im Westen die gefährdetste Seite, hier war am ehesten ein Angriff zu erwarten, und deshalb sollte die Vorburg einen äußeren Verteidigungsriegel bilden. Die Gebäudetrakte selbst dienten als Ställe und Kaserne für die Garnison. Im Zentrum des Hofs befindet sich eine Pferdeschwemme, die 1939 nach dem Leypold-Stich von 1603 anhand der freigelegten Reste rekonstruiert worden ist. Eine Rampe führt in das von einer schmucken Sandstein-Balustrade umgebene rechteckige Becken, an dessen Nordseite ein rechteckiger Brunnen mit Balustersäule und Pinienzapfen-Bekrönung steht. Im zweistöckigen Nordflügel befinden sich Museumsladen und Kasse, außerdem die Verwaltung des Mainfränkischen Museums. Hier führen mehrere Rundbogenportale in die einzelnen Erdgeschoßräume. Kurz vor dem Scherenbergtor führt der linke von zwei profilierten Bögen; vermutlich der in den Neubau integrierte Rest eines älteren Gebäudes, zu einer Treppe, die hinunter in den Halsgraben auf die Ebene des Scherenbergmauerfußes führt. Diese Abkürzung entspricht natürlich nicht dem Zustand im frühen 17. Jh., sondern wurde erst im 20. Jh. angelegt. Im ebenfalls zweistöckigen Südflügel waren früher Stallungen untergebracht. Drei Rundbogen-Eingänge geben Zugang zu den Ställen. Ansonsten besitzt das Erdgeschoß nur flachrechteckige Stallfenster. Das Obergeschoß hat wenige hochrechteckige Fenster; hier wurde Futter gelagert. Am Ende dieses Flügels gibt es einen Durchgang zur Promenade auf dem barocken Verteidigungsgürtel. Im Nordosten des Echterhofes führt die Brücke hinüber zum Scherenbergtor.

Der Westflügel ist hingegen dreistöckig, und die Innenseite hat ein ganz anderes Gesicht als die Außenseite. Nach Westen hin sind beide Ecken mit einem wuchtigen Basteiturm gesichert, der Echterbastei mit dem Echtertor (oder Michaelstor) exzentrisch zwischen beiden Türmen, näher am nördlichen Turm gelegen. Zur Bauzeit gab es das Neue Zeughaus noch nicht, und beide Bastionstürme standen frei. Erst im 18. Jh. wurde der südliche Turm durch den Anbau zugebaut. Zum Echter-Tor führt eine Rampe aus dem zweiten, äußeren Vorburg-Hof hinauf, dem Greiffenclau-Hof (siehe weiter unten). Die Breite des Echtertors innen zwischen den Prallsteinen beträgt 2,55 m, die Torhöhe bis zum Bogenscheitel 3,50 m. Betrachten wir diese Anlage zunächst von außen: Beeindruckend ist der Unterschied zu den inneren Verteidigungsanlagen, denn hier sind wir in einer ganz anderen Zeit angekommen, der Zeit der Kanonen. Die Schildmauer, die in der Mitte einen leichten Knick hat, ist sehr dick und massiv. Der obere Abschluß ist über dem aus vorkragenden Kordonsteinen bestehenden Abschlußgesims eine dicke, massive Brustwehr aus unverputzten Hausteinen, deren Oberkante außen abgerundet ist, durchbrochen von trapezförmig sich nach außen erweiternden Geschütz-Schießscharten, genauso über den beiden Basteitürmen. In der starken Mauer darunter sieht man eine runde, sich trichterförmig nach innen verjüngende Geschützscharte über dem vergitterten Fenster links des Eingangs; eine weitere befindet sich rechts über dem Kellerzugang. Die rechteckigen Fenster sind spätere Zutaten, zu Julus Echters Zeiten gab es nur die runden, trichterförmigen Geschützscharten. Das Dach der Bastion beginnt erst mit Abstand über der Batterie und ist mit Schrägstützen am inneren Rand der dicken Brustwehr abgestützt. Zu Julius Echters Zeiten war das ein offener Dachaufbau über Holzstützen, erst später wurde er mit Holzwänden verkleidet, um ein geschlossenes Dachgeschoß zu erhalten. Für die Echterbastion standen italienische Befestigungen Pate. Aber im Grunde war das ein Befestigungsstil, der noch dem 16. Jh. verhaftet war, und zur Bauzeit schon ein wenig veraltet, denn der neueste Hit in der Festungsarchitektur war das aus den Niederlanden kommende bastionäre System, und dessen Siegeszug ließ alles andere schnell alt aussehen. Die Bastei versagte denn auch 1631, als schwedische Truppen die Bastei erstürmen konnten.

Die Rampe führte früher nicht ganz bis zum Tor, das letzte Stück war als Zugbrücke gestaltet. Ursprünglich gab es vor dem Echtertor einen tiefen Graben. Man erkennt den rechteckigen Falz um das Tor und in den beiden oberen Ecken die Löcher für die nur auf einer Seite erhaltenen Rollen für die Zugketten. Heute geht der feste Weg durch, und der Graben hat seine Tiefe verloren, aber wenigstens erinnert die anders gestaltete Brüstung seitlich daran, daß hier früher nach Bedarf eine Lücke erzeugt werden konnte.

Die Portalblende hat schon allein durch ihre Rustizierung eine Ausstrahlung von Stärke und Widerstandskraft. Entsprechend dem Charakter einer Festungsarchitektur sind die Ornamente dick, grob, kraftvoll und sollen Stärke ausstrahlen. Auch das harte Material, Dolomit, kontrastiert mit dem weichen Sandstein der Portale des Hochschlosses. Beiderseits der rundbogigen Tordurchfahrt ist ein Säulenpaar toskanischer Ordnung auf hohen Postamenten vor die Rustika-Wand gestellt; der untere Teil der Säulen besitzt relativ grobschlächtiges Beschlagwerk. Diese Säulen tragen ein mehrfach verkröpftes Gebälk. In der Mitte erhebt sich über der Torblende ein Aedikula-artiger Aufsatz mit gesprengtem Dreiecksgiebel, aus dem oben eine Vase mit Blumen hervorkommt. Seitlich schafft Schweifwerk den Übergang zur Torblende. Auf einer von einer einzelnen Konsole gestützten mittleren Verkröpfung des Gebälks steht eine Statue des hl. Michael, wie er mit einer Kreuzlanze den sich unter ihm krümmenden Satan ersticht. Die aus rotem Sandstein gehauene Statue war im Original ein Werk des Bildhauers Michael Kern, doch die Statue mußte 1938 erneuert werden. Julius Echter war ein Bischof der Gegenreformation, und das erklärt die Wahl des Motivs, denn der Erzengel Michael war ein Patron des Kampfes gegen die Ketzerei und wurde von den Gegenreformatoren besonders verehrt. In der linken Hand hält der Erzengel, nach dem das Tor auch Michaelstor heißt, einen Schild mit dem gevierten Wappen von Julius Echter von Mespelbrunn wie zuvor beschrieben (Wappenfundstelle Nr. 53). Über den beiden seitlichen Säulenpaaren ragen zwei Zierobelisken auf.

 

Abb.: Wappenfundstelle Nr. 53

Ein zweiter Wappenstein ist am Basteiturm an der Westseite neben dem oberen Fenster ins Mauerwerk eingelassen (Wappenfundstelle Nr. 54). Im unteren Teil befindet sich über einer Rollwerkschnecke in der Mitte eine Inschriftenkartusche, die auf beiden Seiten in eine groteske, im Profil dargestellte Maske ausläuft, aus deren Maul Fruchtgebinde herabhängen. Die Bauinschrift selbst lautet: "Der lieb(e) Gott schützt schloß, stätt und landt / Doch soll nitt feiren mensche(n)handt / Drumb Bischoff Julius Gott vertraut / Und di(e)se vorwehr Neü gebaut". Darüber sieht an in einer ovalen Kartusche das gevierte Wappen des Fürstbischofs Julius Echter von Mespelbrunn wie beschrieben, darüber eine Bischofsmütze mit zwei zur Seite abwehenden Bändern. Die Kartusche wird von zwei nackten Putten gehalten, die die Amtsinsignien halten, der rechte Putto lehnt lässig am Kartuschenrand und stützt mit der freien äußeren Hand das Schwert der weltlichen Gewalt auf den Boden, der andere Putto hält einen Krummstab mit abflatterndem Velum.

Abb.: Wappenfundstelle Nr. 54

Abb.: Wappenfundstelle Nr. 54

Auf der Innenseite der U-förmigen Bebauung des Echterhofes ist das erste von insgesamt drei Wappen des Fürstbischofs Julius Echter von Mespelbrunn am Torbogen des Echtertores angebracht, und dieses ist farbig gefaßt (Wappenfundstelle Nr. 55). Das rundbogige Tor wird in zwei Reihen von den Bogen nachtzeichnenden Polsterquadern umgeben, nur der Keilstein ist eben und trägt das Wappen. Seitlich schaffen in den Zwickeln zwei große Voluten den Übergang zur Verdachung, auf der zwei liegende S-förmige Schnecken eine rechteckige Inschriftentafel rahmen, die bis an das kleine Fenster darüber reicht und folgenden Wortlaut trägt: "BISCHOFF IVLIVS HAT GOTT VERTRAVT / VND DI(E)SES VORHAVS GEBAVT / ALS ER IN SEINEM REGIMENT / BEI DREI VND DREISSIG IA(H)R VOLLEN(DE)T / DEM VATTERLAND ZV NVTZ(EN) VND ZIERT(E) / HAT ER VI(E)L(E) SOLCHE BEW(TEN) VOLLFIE(H)RT / GOTT GEB(E) DAS(S) DI(E)S ALL(E)S WERD(E) BEWACHT / DVRCH SEINER HEILIGEN ENG(E)L MACHT". Mit dieser Inschrift haben wir die Datierung, denn das 33. Jahr seiner Regierung war 1606. Das liegt also deutlich nach den Arbeiten an den Schloßflügeln, und erklärt, warum die Formensprache und die Wehrtechnik sich schon deutlich ins Frühbarocke verschieben.

Abb.: von rechts nach links Wappenfundstellen Nr. 55, 56 und 57

 

Abb.: links Wappenfundstelle Nr. 55, Abb. rechts: Wappenfundstellen 56 und 57

Abb.: Wappenfundstelle Nr. 55

Abb.: Wappenfundstelle Nr. 55

Zwei weitere Wappen von Julius Echter von Mespelbrunn sind noch zu finden, das erste links von dem unverputzten Strebepfeiler über einer kleinen Steinpforte mit Muschelnischen rechts und links und Akanthus-Ornamenten in der Mitte oben und in den Bogenzwickeln (Wappenfundstelle Nr. 56). Das Wappen selbst ist bis auf die Flankierung mit facettierten Vorlagen schmucklos und folgt dem üblichen inhaltlichen Programm. Der Schild ist symmetrisch mit drei oben eingerollten Elementen, seitlichen Einbuchtungen und zu beiden Seiten schneckenförmig nach innen gezogenen unteren Seitenwangen.

Abb.: Wappenfundstelle Nr. 56

Abb.: Wappenfundstelle Nr. 56

Das dritte Wappen befindet sich am polygonalen und mit einer geschweiften Haube bedeckten Treppenturm im Südwesteck zwischen dem Portal und dem ersten schräggeschnittenen Fenster der Treppenspindel, flankiert von zwei Vorlagen mit schlichtem Rand (Wappenfundstelle Nr. 57). Inhaltlich ist das Wappen natürlich gleich wie die anderen, doch die Schildform wurde zugunsten eines Ovals aufgegeben, das auf beiden Seiten von barocken Schneckenwangen eingefaßt und oben von einem weiteren frühbarocken Schmuckelement begleitet wird. Das Portal besitzt Muschelnischen im Gewände und vorgestellte Säulen ionischer Ordnung.

Abb.: Wappenfundstelle Nr. 57

Die Ereignisse des Jahres 1610 erforderten eine Neubewertung der Verteidigungsbereitschaft von Stadt und Burg. Julius Echter verhandelte mit der Landschaft über eine stärkere Befestigung der Stadt und des Marienbergs, und ab 1615 wurde mit konkreten Planungen begonnen, aber finanzielle Schwierigkeiten verhinderten die Ausführung. Julius Echter legte nicht nur größten Wert auf die Sicherheit der Befestigungen, sondern er kümmerte sich um die Verteidigungsbereitschaft der Landwehr, die er 1617 uniformierte, wobei er seine Familienfarben Blau und Weiß wählte.


Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn, Wappenfundstellen auf der Festung Marienberg
Folgende einundzwanzig Wappenfundstellen dieses Fürstbischofs sind im Festungsgrundriß markiert:


Zur Übersicht ein Ausschnitt aus der Liste der Würzburger Fürstbischöfe:
(markiert sind die, deren Wappen in diesem Kapitel beschrieben werden)

Gerhard von Schwarzburg 1372-1400
Johann I. von Egloffstein 1400-1411
Johann II. von Brunn 1411-1440
Sigismund von Sachsen 1440-1443
Gottfried IV. Schenk von Limpurg 1443-1455
Johann III. von Grumbach 1455-1466
Rudolf II. von Scherenberg 1466-1495
Lorenz von Bibra 1495-1519
Konrad II. von Thüngen 1519-1540
Konrad III. von Bibra 1540-1544
Melchior Zobel von Giebelstadt 1544-1558
Friedrich von Wirsberg 1558-1573
Julius Echter von Mespelbrunn 1573-1617
Johann Gottfried von Aschhausen 1617-1622
Philipp Adolf von Ehrenberg 1623-1631
Franz von Hatzfeld 1631-1642
Johann Philipp von Schönborn (desgl. Erzbischof von Mainz) 1642-1673
Johann Hartmann von Rosenbach 1673-1675
Peter Philipp von Dernbach (desgl. Bischof von Bamberg) 1675-1683
Konrad Wilhelm von Wernau 1683-1684
Johann Gottfried von Guttenberg 1684-1698
Johann Philipp von Greiffenclau-Vollraths 1699-1719
Johann Philipp Franz von Schönborn 1719-1724
Christoph Franz von Hutten 1724-1729
Friedrich Carl von Schönborn (desgl. Bischof von Bamberg) 1729-1746
Anselm Franz von Ingelheim 1746-1749
Karl Philipp von Greiffenclau-Vollraths 1749-1754
Adam Friedrich von Seinsheim (desgl. Bischof von Bamberg) 1755-1779


Literatur, Links und Quellen:
Siebmachers Wappenbücher, Band Bistümer
Peter Kolb: Die Wappen der Würzburger Fürstbischöfe. Herausgegeben vom Bezirk Unterfranken, Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte e.V. und Würzburger Diözesangeschichtsverein. Würzburg, 1974. 192 Seiten.
Festung Marienberg auf Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Festung_Marienberg
Festung Marienberg im Würzburg-Wiki:
https://wuerzburgwiki.de/wiki/Festung_Marienberg
Festung Marienberg im Historischen Lexikon Bayerns:
https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Würzburg,_Festung_Marienberg
Festung Marienberg Würzburg, mit Fürstenbaumuseum, amtlicher Führer, bearbeitet von Werner Helmberger, hrsg. von der Bayerischen Schlösserverwaltung, 1. Auflage der Neufassung, München 2013, ISBN: 978-3-941637-20-7
Festung Marienberg Würzburg, Kurzführer mit Plan, hrsg. von der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, Text: Werner Helmberger, Übersichtsplan nach einer Vorlage von Norbert Nordmann, München 2009
Helmut Flachenecker, Dirk Götschmann, Stefan Kummer (Hrsg.): Burg, Schloß, Festung: Der Marienberg im Wandel, Mainfränkische Studien 78, Echter Verlag, Würzburg 2009, ISBN: 978-3-429-03178-7
Schlösser und Burgen in Unterfranken, von Anton Rahrbach, Jörg Schöffl, Otto Schramm. Hofmann Verlag Nürnberg 2002, ISBN 3-87191-309-X
Alfred Wendehorst: Das Bistum Würzburg 2, die Bischofsreihe von 1254 bis 1455 (= Germania Sacra N. F. 4), Berlin/New York 1969, Verlag: Walter de Gruyter GmbH & Co. KG: Berlin, DOI:
https://doi.org/10.26015/adwdocs-81, ISBN: 978-3-11-001291-0 - online: https://rep.adw-goe.de/handle/11858/00-001S-0000-0003-16DE-2 - Download als pdf: https://rep.adw-goe.de/bitstream/handle/11858/00-001S-0000-0003-16DE-2/NF%204%20Wendehorst%20W%c3%bcrzb.%20Bfsreihe%20bis%201455.pdf?sequence=1&isAllowed=y
Alfred Wendehorst: Das Bistum Würzburg 3, die Bischofsreihe von 1455 bis 1617 (= Germania Sacra N. F. 13), Berlin/New York 1978, Verlag: Walter de Gruyter GmbH & Co. KG: Berlin/New York, DOI:
https://doi.org/10.26015/adwdocs-86, ISBN: 978-3-11-007475-8 - online: https://rep.adw-goe.de/handle/11858/00-001S-0000-0003-16E3-3 - Download als pdf: https://rep.adw-goe.de/bitstream/handle/11858/00-001S-0000-0003-16E3-3/NF%2013%20Wendehorst%20W%c3%bcrzb.%20Bfsreihe%201455%e2%80%931617.pdf?sequence=1&isAllowed=y
Barbara Schock-Werner: Die Bauten im Fürstbistum Würzburg unter Julius Echter von Mespelbrunn 1573-1617, Struktur, Organisation, Finanzierung und künstlerische Bewertung, Regensburg u. a. 2005, S. 318-326
Die Deutschen Inschriften, hrsg. von den Akademien der Wissenschaften in Düsseldorf, Göttingen, Heidelberg, Mainz, München und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien, 27. Band, Münchener Reihe 7. Band, Die Würzburger Inschriften bis 1525, auf der Grundlage des Nachlasses von Theodor Kramer, unter Mitarbeit von Franz Xaver Herrmann, bearbeitet von Karl Borchardt, Dr. Ludwig Reichert Verlag, Wiesbaden 1988, S. 203, Nr. 439, S. 146, Nr. 305, S. 144, Nr. 299

Festung Marienberg, Teil (1): Übersicht, Bergfried, Scherenbergtor, Scherenbergmauer - Festung Marienberg, Teil (2): Marienkirche außen und innen, Brunnentempel - Festung Marienberg, Teil (4): Umbau zur Festung, innerer und äußerer Schönbornring - Festung Marienberg, Teil (5): Ausbau der Festung nach Westen, zweite Vorburg, Greiffenclau-Bauten - Festung Marienberg, Teil (6): die jüngsten Festungswerke bis zum Maschikuliturm

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